headerline

Damit aus einer Allergie keine Lungenkrankheit wird, sollte frühzeitig etwas dagegen unternommen werden, sagt Diana Friedrich, Lungenfachärztin in der Praxis für Pneumologie des zum Krankenhaus Düren gehörenden MVZ Rur. Foto: Zientz

Der Deutsche Lungentag am morgigen Samstag (25. September) rückt das Thema „Asthma & Allergien“ in den Fokus. Damit aus einer Allergie keine Lungenkrankheit wird, sollte frühzeitig etwas dagegen unternommen werden, sagt Diana Friedrich, Lungenfachärztin in der Praxis für Pneumologie des zum Krankenhaus Düren gehörenden MVZ Rur.

Eine Allergie ist eine Fehlfunktion des körpereigenen Immunsystems. Es reagiert überempfindlich auf eigentlich harmlose Stoffe wie Blütenpollen, so als würden diese eine ernsthafte Bedrohung des Körpers darstellen. Bis zu 30 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Allergien. Was passiert im Körper bei einer Allergie? „Zellen des Immunsystems produzieren gegen harmlose Stoffe aus der Umwelt vermehrt Antikörper, die sich an die Oberflächen von sogenannten Mastzellen binden. Kommt es zum Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff, schlagen diese Zellen Alarm. Das äußert sich in den typischen Symptomen der Allergie wie Niesen, Fließschnupfen, Entzündung oder Juckreiz“, erklärt Diana Friedrich. Eine Vielzahl von Allergien manifestiere sich an den Atemwegen. Verlagern sich die allergischen Symptome in tiefere Bereiche der Atemwege, dann könnten sie chronisch werden. „Bei Patienten mit Heuschnupfen befinden sich die Allergene beispielsweise im Bereich der oberen Atemwege. Wird die Allergie in diesem Stadium nicht behandelt, verlagern sich die Allergene auf die Lunge“, erläutert die Lungenfachärztin. Heuschnupfen gehöre daher zu einem der größten Risikofaktoren für die Entwicklung von Asthma bronchiale. Daher empfehle sie jedem Allergiker, sich frühzeitig adäquat behandeln zu lassen, betont Diana Friedrich. Wer das Gefühl hat, unter einer Allergie zu leiden, sollte einen Facharzt aufsuchen.

Zur genauen Diagnose und Abklärung von Allergien dient ein Haut- und ein Bluttest. Beim Hauttest werden unterschiedliche Allergenextrakte auf die Haut am Unterarm geträufelt. Rötet sich eine Stelle stark, bedeutet das: Es gibt auf diesen Stoff eine allergische Reaktion. Beim Bluttest kann die erhöhte Menge spezifischer Antikörper gegen bestimmte Allergene direkt nachgewiesen werden. Aber wie lassen sich Allergien behandeln? Diana Friedrich: „Bei manchen Allergien ist es möglich, den Kontakt mit den Allergenen zu meiden oder zu reduzieren. Andere Optionen sind Medikamente zur symptomatischen Therapie. Standard ist die inhalative Therapie mit Sprays oder Pulvern. Eine weitere Option ist die moderne Antikörpertherapie.“

Die Hyposensibilisierung

Eine spezielle Art der Therapieform ist die Hyposensibilisierung. Bei einer Hyposensibilisierung werden Allergene, deren ursächlicher Bezug zu den Beschwerden eindeutig belegt ist, über einen längeren Zeitraum angewandt. Das Immunsystem des Patienten werde so an das Allergen „gewöhnt“, erklärt die Pneumologin. Das erfolge zumeist in Form einer Spritze und in der Regel im vierwöchentlichen Abstand. Möglich sei die Therapie auch in Form von Tabletten. Vor allem bei Patienten, die bereits ein Asthma entwickelt haben, zeige die Spritzen-Therapie aber bessere Ergebnisse. Die Erfolgsaussichten einer Hyposensibilisierung seien sehr gut, sagt Diana Friedrich. Die Hyposensibilisierung trainiere das Immunsystem darauf, nicht mehr überempfindlich gegen harmlose Stoffe zu reagieren. Das könne nicht nur die Symptome deutlich lindern, sondern unter Umständen sogar die allergischen Beschwerden ganz zum Verschwinden bringen und so ein großes Stück Lebensqualität zurückgeben.