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Um ärztliche Kolleginnen und Kollegen in die Lage zu versetzen, auf die Herausforderungen eines "Luftröhrenschnitts" gut ausgebildet reagieren zu können, veranstaltete die Anästhesie im Krankenhaus Düren einen Koniotomieworkshop. Foto: Krankenhaus Düren

Der Patient mit „schwierigem Atemweg“ stellt Anästhesisten vor große Herausforderungen. Durch die Weiterentwicklung technischer Systeme kann dieser lebensbedrohlichen Situation zunehmend routiniert begegnet werden. Nahezu fast alle Fälle eines schwierigen Atemwegs lassen sich heute zügig und kontrolliert mit Hilfe von Videolaryngoskopen oder anderen fiberoptischen Devices lösen. Dennoch werden Anästhesisten mit Notfällen konfrontiert, in denen auch die Möglichkeiten der modernen technischen Hilfsmittel erschöpft sind und eine Sicherung des Atemwegs mit Beatmung trotz aller Bemühungen nicht möglich ist. Besonders in der geburtshilflichen Anästhesie, aber auch im rettungsdienstlichen Kontext ist die Gefahr, einer gefürchteten „cannot ventilate – cannot intubate“- Situation gegenüber zu stehen, vergleichsweise hoch. In solch einem Falle ist der „Luftröhrenschnitt“, die Koniotomie, letztlich die einzige lebensrettende Maßnahme. Weil sie aber nur sehr selten zur Anwendung kommt, ist es unmöglich, Routine im Handling eines solchen lebensbedrohlichen Notfalls zu erlangen. Um ärztliche Kolleginnen und Kollegen in die Lage zu versetzen, auf eine solche Herausforderung gut ausgebildet reagieren zu können, veranstaltete die Anästhesie im Krankenhaus Düren einen Koniotomieworkshop.

Nach einem kurzen Streifzug durch die Historie der Koniotomie – die Geschichte des „Luftröhrenschnittes“ lässt sich bis ins antike Ägypten zurückverfolgen – begann der praktische Teil im Simulationszentrum des Krankenhauses Düren. An künstlichen Kehlkopfmodellen konnten zunächst verschiedene Systeme und Techniken trainiert werden. Schon nach wenigen Versuchen gelang es allen Teilnehmern, sicher eine Punktionskoniotomie am Modell durchzuführen. Auch alternative Szenarien, in denen fertige Sets nicht zur Verfügung stehen, wurden mit Skalpell oder großlumigen peripheren Venenkanülen geübt. Patienten mit anatomischen Variationen oder ausgeprägter Adipositas können häufig nur unter Zuhilfenahme von Ultraschall koniotomiert werden. Durch Sonographie an den eigenen Kollegen machten sich die Teilnehmer mit der Anatomie des Kehlkopfultraschalls vertraut. Schließlich konnten alle für ein realitätsnahes Punktionsgefühl ihre Skills an Schweinekehlköpfen perfektionieren.

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