headerline

Dr. Jan-Karl Schütte, Leitender Oberarzt in der Intensivmedizin des Krankenhauses Düren, tauscht sich bei der Tele-Intensivvisite mit einer Kollegin des Uniklinikums Aachen aus. C. Lammertz

Das Krankenhaus Düren hat seine Möglichkeiten in der Tele-Intensivmedizin weiter ausgebaut. Mit der Installation von MONA wird der klinikübergreifende fachliche Austausch direkt am Patientenbett noch einfacher, komfortabler und sicherer.

MONA ist die Abkürzung für „Medical On-site Assistant“. Dahinter verbirgt sich ein innovatives Assistenzsystem direkt an den Patientenbetten auf der Intensivstation. Das fahrbare System besteht aus einem großen Bildschirm, einer hochauflösenden Fischaugen-Kamera, die Patient und Behandlungsteam vollständig erfasst, und mehreren hochwertigen Mikrofonen, die eine hervorragende Verständigung ermöglichen. Darüber hinaus stellt MONA auf Knopfdruck Daten zur Verfügung, die für den ärztlichen Austausch benötigt werden. Selbstverständlich sind Bilder, Ton und Daten hochverschlüsselt.

Die Einführung von MONA ist für das Krankenhaus Düren ein weiterer Schritt auf dem telemedizinischen Weg, der bereits vor über sieben Jahren beschritten wurde. In Kooperation mit dem Uniklinikum Aachen liegt seither ein besonderer Schwerpunkt in der optimalen Behandlung lebensbedrohlicher Infektionen, für die sich die Dürener Intensivmediziner rund um die Uhr mit den Kollegen der Uniklinik zusammenschalten können. „Unsere Intensivpatienten profitieren von der zusätzlichen Expertenmeinung durch einen neuen, zusätzlichen Blickwinkel“, betont Prof. Stefan Schröder, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. „Ein großer Vorteil der telemedizinischen Kooperation ist, dass Intensivpatienten auch in Situationen weiterhin wohnortnah versorgt werden, in denen es früher keine Alternative zu einer Verlegung in ein Universitätsklinikum gab“, ergänzt Olaf Schroeder, Oberarzt der Intensivstation und Koordinator für die telemedizinischen Projekte. „Die Behandlungsqualität steigt durch die telemedizinische Kooperation unserer Erfahrung nach nicht nur bei den Infektionserkrankungen, sondern beispielsweise auch im Bereich der Arzneimitteltherapie, die durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit noch sicherer wird“, bestätigt Dr. Jan-Karl Schütte, Leitender Oberarzt in der Intensivmedizin.

Die Einführung von MONA im Krankenhaus Düren steht auch im Zusammenhang mit dem europäischen Forschungsprojekt „ICU 4 Covid“, an dem die Dürener als Partner des Uniklinikums Aachen beteiligt sind. Universitätskliniken aus vier europäischen Staaten sind darin mit ihren jeweiligen Satelliten-Krankenhäusern vernetzt, um weitere Fortschritte in der Behandlung von Covid-19-infizierten Intensivpatienten erzielen zu können.

Schlagwörter

Ähnliche Artikel