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Sie freuen sich über die große Chance, die ihnen die Teilzeitausbildung bietet: die neuen Pflege-Auszubildenden im Bildungszentrum des Krankenhauses Düren. Pflegedirektor Sebastian Heilsberger und Kursleiter Dirk Murmann hießen sie herzlich willkommen. Foto: C. Lammertz

Ein wenig aufgeregt sind sie noch an ihren ersten Ausbildungstagen. Aber das vorherrschende Gefühl ist Freude. Freude darüber, ihre Ausbildung in einem Beruf mit großer gesellschaftlicher Verantwortung zu beginnen. Und die Freude darüber, es mit der eigenen familiären Verantwortung verbinden zu können. 22 neue Auszubildende haben ihre Pflegeausbildung im Bildungszentrum des Krankenhauses Düren in Teilzeit begonnen. Bis zu ihrem Examen lernen sie vier statt der üblichen drei Jahre. Dafür sind ihre Dienstzeiten und alle anderen Rahmenbedingungen konsequent an den Bedürfnissen von Menschen mit Erziehungsverantwortung orientiert.

„Eine Ausbildung mit normalen Dientzeiten wäre für mich einfach nicht möglich“, sagt Angelina Fiolka und spricht damit auch für alle anderen Teilzeitauszubildenden. Die 23-Jährige ist Mutter von zwei fünf und zwei Jahre alten Kindern. „Dass ich in dieser Lebensphase trotzdem eine Ausbildung beginnen und beruflich neue Wege gehen kann, ist einfach toll und macht micht stolz“, sagt die Dürenerin, die nun beruflich in das Krankenhaus zurückkehrt, in dem sie geboren wurde. Sie gehört zu den zwölf Pflege-Azubis des Krankenhauses im neuen Teilzeitkurs. Zehn weitere kommen von Kooperationspartnern des Bildungszentrums. Seit der Einführung der generalistischen Pflegeausbildung übernimmt die Pflegeschule des Krankenhauses den theoretischen Part der Ausbildung auch für den pflegerischen Nachwuchs von Seniorenheimen und ambulanten Pflegediensten – nun auch in Teilzeit.

Mit den neuen Auszubildenden zählt die Pflegeschule im Bildungszentrum des Krankenhauses 70 Teilzeitlernende. 55 von ihnen sind Azubis des Krankenhauses. „Damit sind wir spitze in der Region und vermutlich weit darüber hinaus“, sagte Sebastian Heilsberger, Pflegedirektor des Krankenhauses Düren, bei der Begrüßung des neuen Kurses. Den Verantwortlichen in der kommunalen Klinik sei es sehr wichtig, auch Menschen, für die es wegen ihrer familiären Situation sonst nicht in Frage komme, die Möglichkeit zu einer solch anspruchsvollen Berufsausbildung zu bieten. Ziel sei es, für alle in vier Jahren auch einen passenden Arbeitsplatz im Angebot zu haben. 

Seit 2010 bildet das Krankenhaus Düren Pflegende auch in Teilzeit aus. Das Krankenhaus nehme damit eine große gesellschaftliche Verantwortung wahr, sagte Heinz Lönneßen, Leiter des Bildungszentrums: „Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, eine zu den Anforderungen der familiären Verantwortung passende Ausbildung zu finden, erhalten Zugang zu einem sinnstiftenden Beruf mit hervorragenden Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung.“ Auch zwölf Jahre nach dem Start fragten Bildungseinrichtungen und Institutionen noch immer regelmäßig nach dem „Rezept“ des erfolgreichen Bildungsprojektes, berichtete Lönneßen. Seine Antwort: „Die konsequente Familienorientierung sichert das Erreichen des Ausbildungsziels.“