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Laura Monika Friedrichs gehört zu den Finalistinnen des Queen Silvia Nursing Awards. Die angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin des Krankenhauses Düren hat sich mit einem Konzept zur Verbesserung der Betreuung von Patienten mit Demenz in der Somatik beteiligt. Foto: S. Johnen

Laura Monika Friedrichs war selbst betroffen, als im vergangenen Sommer auch kleine Bäche zu reißenden Gewässern wurden. Neben ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin am Krankenhaus Düren musste die 26-Jährige plötzlich noch Schutt schaufeln. Und dennoch reifte während dieser Zeit die Idee, sich am Queen Silvia Nursing Award zu beteiligen. Diesen internationalen Innovationswettbewerb hat Königin Silvia von Schweden ins Leben gerufen, um die Pflege älterer, dementer Menschen zu verbessern. „Ich habe etwas Abwechslung und Abstand gebraucht“, blickt die Auszubildende zurück. Dass sie einige Monate später zu den deutschen Finalisten gehört, hätte sie zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet. 

Eigentlich hatte sie ihre Bewerbung angesichts des Alltagstrubels sogar fast vergessen. Die Benachrichtigung per E-Mail, dass sie im deutschen Finale steht, änderte das schlagartig. „Ich habe mich wie Bolle gefreut – und auf dem Flur getanzt“, blickt sie zurück. Sehr zur Verwunderung der Kolleginnen und Kollegen auf Station, denn dort wusste niemand, dass sie am Wettbewerb teilnimmt. „Nur ein Lehrer und der Schulleiter waren eingeweiht“, bedankt sich die Schülerin für die Unterstützung aus dem Haus. 

Laura Monika Friedrichs hat sich mit einem Konzept beteiligt, wie mit einer Demenzstation in der Somatik die Betreuung von Patienten mit Demenz verbessert werden kann. „Krankenhäuser sind auf Therapie und Pflege spezialisiert, aber nicht automatisch auch auf die Bedürfnisse von Patienten mit Demenz ausgerichtet“, sagt die angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin. Und die Zahl der Menschen mit demenziellen Veränderungen wird stark steigen, für 2050 werden bis zu 2,3 Millionen Erkrankte allein in Deutschland prognostiziert. Menschen, die aufgrund anderer Krankheiten und Komplikationen auch Krankenhausaufenthalte haben werden.

„Ziel muss es sein, Patienten mit demenziellen Veränderungen eine geordnete und strukturierte Umgebung zu ge-ben“, sagt Laura Monika Friedrichs. Das verbessere das Wohlbefinden der Patienten und entlaste die Pflege. In ihrem Konzept schlägt sie beispielsweise vor, ein multidisziplinäres Team zu bilden, das auch stationsübergreifend solche Patienten begleitet. Auch Angehörige können stärker eingebunden werden. „Manchmal helfen auch schon einfache Dinge wie große Uhren, riesige Kalenderblätter und Musik oder von Angehörigen besprochene Tonträger, um Menschen wieder Orientierung und Geborgenheit zu geben. Beschwerte Therapiedecken wirken der Bettflucht und Unruhe entgegen“, führt sie Beispiele auf, die im Krankenhaus Düren bereits Anwendung finden.  

Dass Laura Monika Friedrichs es letztlich zwar in die deutsche Spitzengruppe der Bewerber geschafft hat, aber nicht als nationale Siegerin zum großen Finale nach Schweden reisen konnte, betrachtet sie unter dem olympischen Gedanken: Dabei sein ist alles. „Ein ebenso großer Gewinn ist es, Teil eines Netzwerks zu sein, Wissen und Erfahrungen auszutauschen“, freut sie sich über viele neue und wertvolle Kontakte.