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Das Team des Interdisziplinären Regionalen Shuntzentrums Düren freut sich über die von vier großen Fachgesellschaften getragene Zertifizierung. Foto: C. Lammertz

Wenn die Nieren nicht mehr funktionieren, wie sie sollen, werden die im Körper gebildeten Giftstoffe nicht mehr ausgeschieden. Dann muss eine Maschine die Arbeit übernehmen. Die Blutwäschetherapie (Hämodialyse) kann trotz der schweren Erkrankung und den damit einhergehenden Einschränkungen den Betroffenen eine hohe Lebensqualität bewahren. Für die Dialyse benötigen die Patienten ein Gefäß, das oberflächlich unter der Haut liegt und einen hohen Durchfluss hat. „Mit dieser als Shunt bezeichneten Verbindung werden eine Arterie und eine Vene – meist am Arm – kurzgeschlossen, damit die Vene den optimalen Blutfluss erhält und für die Dialyse drei Mal pro Woche für die mechanische Blutwäsche punktiert werden kann“, erklärt Dr. Annerose Dorf, Oberärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie im Krankenhaus Düren. Dabei sind viel Erfahrung und fachliche Expertise gefragt, um Komplikationen wie Durchblutungsstörungen oder Infektionen zu vermeiden. Das Krankenhaus Düren ist auf dieses Verfahren spezialisiert und gehört jetzt zu den drei Kliniken im Umkreis von 100 Kilometern, die als Interdisziplinäres Regionales Shuntzentrum zertifiziert wurden. 

„Der Shunt ist die Lebensader für Dialysepatienten“, betont Gefäßchirurgin Dr. Dorf die hohe Bedeutung im Therapiekonzept. Dabei komme es besonders darauf an, dass die beteiligten Abteilungen und Fachzentren Hand in Hand arbeiten. Von der engen Kooperation, der interdisziplinären Behandlungskoordination und den interdisziplinären Therapiestrategien profitierten die Patientinnen und Patienten enorm. „Die sehr gute Zusammenarbeit zwischen unserer Gefäßchirurgie, unserer Radiologie und unseren Partnern vom Nierenzentrum Düren garantiert die beste Patientenversorgung“, sagt Priv.-Doz. Dr. Hermann Janßen, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie. Die erfolgreiche Zertifizierung sei für alle Akteure Auszeichnung und Ansporn zugleich. 

Getragen wird das von ClarCert durchgeführte Zertifizierungsverfahren von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin, der Deutschen Röntgengesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Angiologie. Ausschlaggebend für die Aufnahme in den kleinen Kreis der zertifizierten Shuntzentren ist neben der engen Verzahnung der beteiligten Fachabteilungen eine hohe Fallzahl mit der dazugehörigen Erfahrung und selbstverständlich die hohe Qualität der Shunt-Eingriffe sowie die hohe Expertise der einzelnen Partner. Die Gefäßchirurgie des Krankenhauses Düren beteiligt sich zudem regelmäßig an Studien und organisiert Fortbildungen mit dem Nierenzentrum Düren und dem Interdisziplinären Shunt-Referenzzentrum Köln-Merheim, mit dem das Dürener Zentrum kooperiert.