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Nach ihren Vorträgen im Kongresszentrum luden Margret Kirschnik-Stockhammer und Dr. Stefan Hegemann die Besucher in die Räume der Schmerztherapie ein. Foto: S. Johnen

Rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung leidet an chronischen Schmerzen. Laut Gesundheitsreport der AOK Rheinland/Hamburg sind im Kreis Düren mit 31 Prozent sogar fast ein Drittel aller bei der AOK Versicherten von chronischen Schmerzen betroffen. Doch es gibt Wege aus der Schmerzerkrankung heraus. Patienten in und um Düren herum müssen dafür nicht einmal lange Strecken zurücklegen. Das Krankenhaus Düren hat sich als größter Schwerpunktversorger der Region im Bereich der Schmerzmedizin daher am nationalen Aktionstag gegen den Schmerz beteiligt und allen Interessierten die Möglichkeiten von Diagnostik und Therapie vorgestellt. Nach Vorträgen im Kongresszentrum gab es einen Rundgang durch die Ambulanz, bei der sich das ganze Team vorstellte.

 

Das Team des Zentrums für Schmerzmedizin, das zur Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie gehört, setzt sich aus Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen, um Patienten mit einem ganzheitlichen Ansatz Linderung und damit eine Steigerung der Lebensqualität zu verschaffen. Wer von chronischen Schmerzen betroffen ist, der weiß, welche schwerwiegenden Auswirkungen das auf Alltag und Psyche haben kann. Die Versorgung der Patienten ist – trotz intensiver Bemühungen – bundesweit nach wie vor nur unzurei­chend. Umso wichtiger ist es für Sektionsleiter Dr. Stefan Hegemann und sein Team, die schmerztherapeutische Versorgung in der Region weiter auszubauen. Der Weg ins Schmerzzentrum führt in den meisten Fällen über den Hausarzt, der eine Überweisung ausstellt, mit der ein Termin vereinbart werden kann.

Die Schmerztherapie im Krankenhaus Düren basiert auf drei Säulen, erklärte Dr. Stefan Hegemann am Aktionstag. Im Akutschmerzdienst sind besonders qualifizierte und erfahrene Pflegekräfte, die sogenannten Pain Nurses, auf allen operativen Stationen im Einsatz. Auf allen Stationen wurden zudem Pflegende zu Schmerz-Mentoren ausgebildet. Zweite Säule ist die ambulante Schmerztherapie, die eine Versorgung von über 2400 chronisch schmerzerkrankten Menschen pro Jahr ermöglicht. Das Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten sowie Psychologen ist Ansprechpartner sowohl bei akuten als auch bei chronischen Schmerzen. Die Bandbreite der Gründe, warum Menschen in die Schmerzambulanz kommen, ist groß: Rückenschmerzen, Gelenkverschleiß und Kopfschmerzen sind die häufigsten Ursachen, aber auch Tumorpatienten werden behandelt oder Patienten, die von komplexen Nervenschmerzerkrankungen betroffen sind. Bei rund einem Viertel der Patienten liegt kein rein körperliches schmerztherapeutisches Problem vor. Zentrale Elemente sind daher eine ausführliche Anamnese und ein ganzheitlicher Ansatz der Therapie. „Wir gehen dem Schmerz auf den Grund“, betont Stefan Hegemanns ärztliche Kollegin Margret Kirschnik-Stockhammer. Dritte Säule ist die stationäre multimodale Schmerztherapie, bei der schwer chronifizierte Schmerzerkrankte versorgt werden. Die Schmerzstation, geleitet von Dr. Patrick Schweigert, verfügt über acht Betten, in denen Patienten 15 Tage multiprofessionell behandelt werden. Zu den 56 Therapieeinheiten zählen Ernährungsberatung, Gruppen- und Einzeltherapien, Ergo- und Physiotherapie.

Wer sich weiter über die Angebote der Schmerztherapie informieren möchte, muss nicht bis zum nächsten Aktionstag warten. Termine können telefonisch unter 02421/301398 abgestimmt werden.

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