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Auch Chefsache: Prof. Stefan Schröder und Dr. Heike Matz beim Simulationstraining von Baby-Notfällen. Jeden zweiten Dienstag steht das Training für Ärzte, Hebammen und Pflegekräfte in der Geburtshilfe auf dem Programm.

Sicherheit für Mutter und Kind – das wünschen sich alle werdenden Eltern, wenn es auf das große Ereignis zugeht. Was ist, wenn nicht alles nach Plan läuft? Was passiert, wenn es unter der Geburt Komplikationen gibt? Sorgen und Ängste sind rund um dieses so bedeutende und emotionale Lebensereignis völlig normal. Dabei braucht nur eines von 100 Neugeborenen erweiterte medizinische Maßnahmen wie Maskenbeatmung oder Sauerstoffgabe nach der Geburt. Der „Baby-Notfall“ ist statistisch gesehen ein seltenes Ereignis. „Aber gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir auf diesen Fall optimal vorbereitet sind“, sagt Dr. Heike Matz, die Chefärztin der Frauenklinik im Krankenhaus Düren. Optimale Vorbereitung heißt in diesem Fall: regelmäßiges Training für alle, die in der Geburtshilfe des Krankenhauses im Einsatz sind. 

Im Simulationszentrum des Krankenhauses Düren werden Ärzte, Pflegekräfte und Teammitglieder aus anderen medizinischen Berufen immer wieder mit schwierigen Übungsszenarien konfrontiert, die es nach klaren Strategien im Team zu lösen gilt. „Das ist die Grundlage dafür, dass alle Beteiligten auch für den Umgang mit unerwarteten Herausforderungen die nötige Souveränität entwickeln“, sagt Prof. Dr. Stefan Schröder. Der Chefarzt der Anästhesie hat das „Crew Resource Management“ (CRM) im Krankenhaus Düren eingeführt. CRM ist eine über Jahrzehnte geübte Trainingsmethode aus der Luftfahrt. Für die Flugpassagiere hat sie ein hohes Maß an zusätzlicher Sicherheit gebracht. Auch in der Patientenversorgung ist Sicherheit ein äußerst wichtiger Aspekt. Und daher hat die Medizin in diesem Fall gerne von der Luftfahrt gelernt. 

„Jeden zweiten Dienstag steht das Training für Ärzte, Hebammen und Pflegekräfte in der Geburtshilfe auf dem Programm“, berichtet Dr. Heike Matz. Geleitet wird das Training von Kinderarzt Dr. Andreas Wentz. Eine komplette Babyversorgungseinheit und ein Baby-Dummy stehen zur Verfügung, so dass äußerst realitätsnah die unterschiedlichsten Szenarien trainiert und miteinander besprochen werden können. „So bleiben wir alle für Notfälle in der Übung – auch wenn diese in der Realität glücklicherweise nur sehr selten vorkommen“, sagt die Chefärztin.

Groß ist das Interesse an den Trainingsmöglichkeiten im Krankenhaus Düren auch außerhalb der Klinik. Regelmäßig bietet das kommunale Krankenhaus daher Trainingsworkshops an, die für externe Teilnehmer geöffnet und immer schnell ausgebucht sind. „Auch das zeigt uns, wie wichtig das Thema Sicherheit in der Geburtshilfe ist“, betont Dr. Matz: „In unserem Mutter-Kind-Zentrum leben wir den Slogan ´Gebor(g)en in Düren`. Dieser Aspekt hat für uns große Bedeutung – immer aber mit größtmöglicher Sicherheit für Mutter und Kind.“

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