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Patientenforum Krebsvorsorge: Schirmherr Landrat Wolfgang Spelthahn (links) bedankte sich bei den Expertinnen und Experten (von links) Dr. Michael Flaßhove, Dr. Telja Pursche, Dr. Tobias Döring, Dr. Christof Börgermann, Ibrahim Musa und Daniel Schalckens (Leiter des AOK-Hauses in Düren). Foto: Krankenhaus Düren

Patientenforum: Je früher Krebs erkannt wird, desto besser die Aussicht auf Heilung!

„Vorsorge ist in allen Lebensbereichen besser als Nachsorge. Wenn nur ein Mensch die Botschaft ernstnimmt, hat es sich schon gelohnt“, bedankte sich Schirmherr Landrat Wolfgang Spelthahn für die Organisation eines Patientenforums rund ums Thema Krebsvorsorge. Das Krankenhaus Düren und die AOK Rheinland/Hamburg hatten zu dieser Informationsveranstaltung ins Dorint-Hotel eingeladen. Durchaus besorgniserregender Hintergrund ist die ohnehin schon geringe Nutzung von Angeboten zur Krebs-Früherkennung, die während der Pandemie noch weiter gesunken ist. Dabei gilt bei fast allen Krebserkrankungen: Je früher sie erkannt wird, desto besser kann der Krebs mit einer guten Aussicht auf Heilung therapiert werden. Der Apell aller Expertinnen und Experten war daher eindeutig: Nutzen Sie die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen!

„Im Kreis Düren nutzen nur 37 Prozent der bei der AOK Rheinland/Hamburg versicherten anspruchsberechtigten Frauen und nur etwa 19 Prozent der Männer die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen“, bilanzierte AOK-Regionaldirektor Heiko Jansen. Wird der Tumor jedoch bereits im Frühstadium entdeckt, können bei manchen Krebsarten nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft neun von zehn Erkrankten geheilt werden. Doch ein Großteil der Menschen habe offenbar Angst vor der Untersuchung, Angst vor den Ergebnissen.
„Wenn nichts wehtut und schmerzt, geht ‚Mann‘ nicht zum Arzt“, brachte es Priv.-Doz. Dr. med. Christof Börgermann, Chefarzt der Klinik für Urologie, auf den Punkt. Beispiel Prostatakrebs: Bei 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr bundesweit gebe es 15.000 Männer, die an der Krankheit sterben.

Eine frühzeitige Erkennung des Karzinoms könne in vielen Fällen Leben retten. Gleiches gelte für den Lungenkrebs, schilderte Pneumologe Dr. med. Tobias Döring. Statistisch leide jeder zweite Mensch an einer bösartigen Krebserkrankung. Ein Drittel der Todesfälle könnten verhindert werden.
Unbestritten sei, dass in 80 Prozent der Fälle Rauchen ursächlich für den Lungenkrebs sei – also ein Faktor, auf den jeder Mensch durchaus selbst Einfluss nehmen kann.
Jede achte bis zehnte Frau erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. „Ich empfehle, dass sich alle Frauen einmal im Monat selbst untersuchen und ab dem 30. Lebensjahr zusätzlich die Vorsorgeangebote wahrnehmen“, riet Dr. med. Telja Pursche, Sektionsleiterin des Brustzentrums im Krankenhaus Düren. Über die Vorsorgemöglichkeiten des oft zu spät entdeckten Darmkrebses referierte Ibrahim Musa, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Diabetologie. Ab dem 50. Lebensjahr steige das Risiko enorm, weil die Reparaturmechanismen des Körpers nicht mehr so gut funktionieren. „Alarmierend ist, dass zunehmend junge Erwachsene erkranken, bei denen der Krebs zu spät erkannt wird“, sagte Musa. Hier spielten oft zu viel Alkohol und zu wenig Bewegung eine Rolle.

In der abschließenden Fragerunde, die von Priv.-Doz, Dr. med. Michael Flaßhove, Chefarzt der Hämato-Onkologie, moderiert wurde, standen alle Expertinnen und Experten für Rückfragen aus dem Publikum zur Verfügung.