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Zunächst ein Beitrag von Kaya Yanar zur Aktion "100 Pro Reanimation": Guckstu hier!

 

Krankenhäuser und Rettungsdienste veranstalten Aktionstag „100 Pro Reanimation“

Bei den meisten ist es die Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist es nur falsch, nichts zu machen. Wer Zeuge wird, wie jemand einen plötzlichen Herzstillstand erleidet, der sollte handeln. Denn sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen retten Leben. „Wenn es keinen Ersthelfer gibt, der die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte überbrückt, sinken die Chancen für den Betroffen rapide“, weiß Dr. Detlef Struck, Anästhesist im Krankenhaus Düren und Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Düren.

Vor diesem Hintergrund ist es erschreckend, dass in Deutschland nur etwa 15 Prozent der medizinischen Laien bereit sind, Wiederbelebungsmaßnahmen nach einem plötzlichen Herzstillstand durchzuführen. „Wenn Ihnen jemals so etwas widerfahren sollte, dann wäre es von Vorteil, wenn Sie zum Beispiel gerade in Holland sind“, sagt Dr. Struck. Denn bei unseren niederländischen Nachbarn ist jeder zweite bereit und in der Lage, in solchen Notsituationen zu handeln. Um auch bei uns die Quote deutlich zu steigern, haben der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin die Kampagne „100 Pro Reanimation“ gestartet, die sie in der Woche der Wiederbelebung vom 16. bis 22. September bundesweit ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Auch im Kreis Düren: Hier starten die Krankenhäuser und die Rettungsdienste des Kreises am Freitag, 20. September, einen Aktionstag mit Informationen, Demonstrationen und Übungen auf den Marktplätzen in Düren und Jülich. Zwischen 10 und 18 Uhr sind Passanten, aber auch Gruppen aus Schulen, Vereinen, Firmen und Institutionen dazu eingeladen, sich zu informieren und in den lebensentscheidenden Sofortmaßnahmen zu üben.   

Der plötzliche Herztod ist mit 80.000 bis 100.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Und jeden kann es treffen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Maßnahmen zur Wiederbelebung eines Menschen viel stärker in der Bevölkerung verankert werden. „Prüfen, Rufen, Drücken“ lautet die Devise: Prüfen, ob die bewusstlos zusammengebrochene Person noch reagiert. Unter 112 den Rettungsdienst rufen und dann mindestens 100-mal pro Minute fest in der Mitte des Brustkorbs drücken, bis Hilfe eintrifft. Das feste Drücken des Brustkorbs alleine reicht aus, um das zunächst noch mit Sauerstoff angereicherte Blut zirkulieren zu lassen. Trainierte Ersthelfer sollten zusätzlich die Mund-zu-Mund-Beatmung im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen durchführen.

„Diese Maßnahmen verdoppeln bis verdreifachen die Chance, dass der Betroffene überlebt“, betont Dr. Struck. Er freut sich sehr darüber, dass er mit dem Krankenhaus Düren, dem St. Marien-Hospital Birkesdorf, dem St. Augustinus-Krankenhaus Lendersdorf und dem St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich vier der fünf Krankenhäuser im Kreis Düren für den Aktionstag gewinnen konnte. Während die Dürener Häuser mit Medizinern und Pflegern auf dem Marktplatz in Düren vertreten sind, stehen die Jülicher Kollegen auf dem Jülicher Markplatz für alle Interessierten bereit. Die fünfte Klinik im Kreis, das St. Josef-Krankenhaus in Linnich, ist nur deshalb nicht vertreten, weil das Krankenhaus in dieser Woche sein 125-jähriges Bestehen feiert. Dafür werden die Linnicher auf dem Klinikgelände einen Informations- und Demonstrationsstand zu „100 Pro Reanimation“ aufbauen. Neben den Vertretern der Krankenhäuser werden das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser und die Feuerwehr mit Rettungskräften auf den beiden Marktplätzen vertreten sein.   

„Diese großartige Beteiligung zeigt, für wie wichtig wir das Thema auch bei uns im Kreis Düren halten“, sagt Schirmherr Landrat Wolfgang Spelthahn, der nun darauf hofft, dass viele Interessierte am 20. September auf einen der beiden Marktplätze kommen. Gruppen aus Schulen, Vereinen, Firmen oder Institutionen bittet er um eine Voranmeldung unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, damit sich die Ärzte und Rettungskräfte auch für alle genügend Zeit nehmen können.

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