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Herzdruckmassage rettet Leben: Schirmherr Landrat Wolfgang Spelthahn legte am Freitag in den Aktionszelten in Düren und Jülich selbst Hand an. Auch für Dr. Gereon Blum (2.v.r), Geschäftsführer des Krankenhauses Düren, und Dr. Detlef Struck, Anästhesist im Krankenhaus Düren und Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Düren (l.), ist die Aktion eine Herzensangelegenheit. Foto: Christoph Lammertz

Aktionstag "100 pro Reanimation" zeigt, wie es geht

Helfen in höchster Not ist im Grunde ganz einfach. Doch die wenigsten trauen sich, wirklich Hand an einen anderen Menschen anzulegen. "Die Angst, etwas falsch zu machen, hält viele davon ab", weiß Dr. Detlef Struck, Anästhesist im Krankenhaus Düren und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises Düren. "Das ist fatal, denn die Herzdruckmassage in den ersten Minuten ist ganz entscheidend. Unterbleibt sie, dann kann die ganze spätere Rettungskette das nicht wieder gutmachen."

Um zu zeigen, wie man vom Beobachter zum Lebensretter wird, gingen am Freitag Vertreter der Krankenhäuser aus dem Kreis Düren, des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes sowie der Feuerwehr Düren auf die Straße. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Wolfgang Spelthahn waren Ärzte und Rettungspersonal auf den Marktplätzen in Düren und Jülich präsent, um Passanten in ihr Aktionszelt zu bitten. Dort lagen Puppen auf Matten und warteten auf "Druck von oben". Hand aufs Herz oder vielmehr den Brustkorb und dann drücken, drücken, drücken: 100-mal pro Minute bis die zuvor alarmierten Rettungskräfte eintreffen. Unter Anleitung beugten sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene über die Puppen und pumpten mit aller Macht. "Der Motor darf nicht stillstehen, das Blut muss zirkulieren, denn es hat noch genug Sauerstoff, um den Körper zu versorgen. Das reicht bis zum Eintreffen der Rettungskräfte", informierte Dr. Struck. Die Mund-zu-Mund-Beatmung ist in den ersten Minuten also gar kein Muss.
Auch Landrat Wolfgang Spelthahn legte Hand an. "Nie war eine Schirmherrschaft so wichtig wie diese", befand er nach getaner Arbeit. "Wenn diese Aktion heute dazu beiträgt, auch nur ein Leben zu retten, dann hat sich der Aufwand gelohnt."
Dazu zwei Zahlen: In Deutschland helfen nur 15 Prozent aller Menschen einem Ohnmächtigen, in den Niederlanden tut das jeder Zweite. Deshalb verlieren hierzulande jährlich bis zu 100.000 Menschen ihr Leben.
Dabei kann jeder Leben retten. Das war die Botschaft des Tages. Luzie Luft, Julia Cremer und Lisa Schumacher, Schülerinnen des Nelly-Pütz-Berufskollegs, gehören nun zu denen, die für den Ernstfall gewappnet sind. Eine Urkunde bescheinigt ihnen das.

 

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