headerline

Konzentrierte Arbeit im Studio: Die Bigband hat gerade frisches Material für ein neues Album eingespielt. Foto: Christoph Lammertz

Vor dem Start in die Live-Saison spielt die Bigband der Bundeswehr Songs für eine neue CD ein.
Am 28. April tritt sie in der Arena Kreis Düren auf. Noch wenige Karten zu haben.

Auf der ersten Etage atmet das alte Bonner Fabrikgebäude den Duft der großen weiten Musikwelt. Joe Zawinul, Maceo Parker, Jon Lord und eine ganze Reihe anderer Stars der Szene haben ihre Spuren in diesem Tonstudio hinterlassen. Genauso wie die legendären Brüder Michael und Randy Brecker, deren Grammy-prämiertes Album „Some Skunk Funk“ hier von Klaus Genuit gemixt wurde. Heute arbeitet Genuit in seinen Bonner Hansa-Studios mit Musikern, die ebenfalls seit vielen Jahren einen sehr guten Namen in der großen weiten Musikwelt haben: Seit zwei Wochen bringt die Bigband der Bundeswehr hier ihren vollen Sound aufs Band. Eine Aufgabe, die auch von absoluten Profis höchste Konzentration erfordert.

„Die Snare in Takt 24 bitte mit mehr Akzent auf der Zwei“, heißt es in Richtung Schlagzeuger. Oder an die Trompeter gewandt: „In Takt 32 den ersten Ton nicht so schnell abreißen lassen!“ Einer der Trompeter ist Peter Blum. Seit fast 20 Jahren spielt der Nideggener in der Bigband der Bundeswehr. „Im Tonstudio zu arbeiten ist schon etwas besonders und anderes als live zu spielen“, sagt Blum. Man sieht es ihm und seinen Kollegen an. Während die Musiker der Bigband auf der Bühne ihr Publikum mit guter Laune anstecken, manchmal fast ausgelassen ihren eigenen Spaß an der Musik zelebrieren, schaut man nun in konzentrierte Gesichter. „Wenn wir mit der ganzen Band gemeinsam aufnehmen, muss jeder Ton sitzen. Die kleinste Ungenauigkeit eines einzigen Musikers bedeutet ´Alles auf Anfang`“, erklärt Blum. Es ist natürlich leichter, die Trompeten, die Saxofone, Posaunen, Flügel, Gitarre und Rhythmusgruppe nacheinander einzuspielen. Doch die Aufnahmen mit allen Musikern zusammen sorgen auf CD später für den vollen Live-Sound, den die Fans der Bigband so schätzen.
Es sind oft lange Tage, die die Musiker um ihren Leiter Christian Weiper im Tonstudio verbringen. „Manche Session geht von morgens bis zum späten Abend“, sagt Weiper. Ein gutes Ergebnis auf CD ist es den Musikern aber allemal wert, die Zeit zu investieren.
Wie gut das Ergebnis diesmal ist, davon können wir uns bald überzeugen. Die meisten Aufnahmen der vergangenen Wochen werden sich auf einem Album wiederfinden, das die Geschichte der Bundeswehr-Bigband nachzeichnet: Von den Anfängen unter Günter Noris in den 70er-Jahren bis zur heutigen Besetzung mit Christian Weiper finden sich Aufnahmen aus den Schaffenszeiten aller sechs bisherigen Bandleader auf dem neuen Werk.
Viel guter musikalischer Stoff also auch für die hiesigen Fans (und die, die es vielleicht noch werden), um die Zeiten zwischen den mittlerweile zur festen Einrichtung gewordenen Düren-Konzerten der Bigband zu überbrücken. Doch noch steht im Vordergrund die Vorfreude auf das nächste Gastspiel am 28. April in der Arena Kreis Düren. Für das Benefiz-konzert, das vom Krankenhaus Düren und der Stadt Düren zugunsten des Onkologie-Fördervereins „Carpe Diem“ veranstaltet wird, sind noch einige wenige Karten an den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Vorfreude herrscht auch bei den Musikern, betont Peter Blum: „Für mich ist solch ein Heimspiel natürlich immer etwas Besonderes. Aber auch die Kollegen freuen sich auf den 28. April in Düren, weil sie sich sehr gut an die tolle Stimmung bei den vergangenen Konzerten in der Arena erinnern.“ Die dürfte auch diesmal wieder garantiert sein, wenn Peter Blum und seine Kollegen wie immer hochkonzentriert, vor allem aber mit viel Spaß und guter Laune ihr Dürener Publikum begeistern.