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Dienstag, 18 August 2020 14:10

„Die Heilungschancen sind sehr gut“

 

Dr. Telja Pursche ist Sektionsleiterin des Brustzentrums im Krankenhaus Düren. Im Interview spricht sie über Vorsorge, immer bessere Therapien, psychische und ästhetische Aspekte.

Frau Dr. Pursche, die regelmäßige Vorsorge ist für die Heilungschancen bei Brustkrebs von hoher Bedeutung.
pursche webDr. Telja Pursche: Das ist richtig. Durch eine regelmäßige Vorsorge gelingt es in der Regel, eine Brustkrebsvorstufe oder einen Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Das vergrößert die Heilungschancen und erlaubt in den allermeisten Fällen eine möglichst wenig belastende Therapie.

Dennoch ist Brustkrebs eine Erkrankung, die mit vielen Ängsten verbunden ist.
Dr. Telja Pursche: Die Diagnose Krebs macht natürlich immer Angst. Mit rund 72.000 Neuerkrankungen im Jahr bei Frauen ist es die häufigste Krebserkrankung, aber Brustkrebs ist tatsächlich mittlerweile gut behandelbar. Durch die gute Früherkennung sind die Heilungsraten sehr gut. Sie liegen aktuell bei 86 Prozent. Das liegt auch an immer besseren Therapien, die meistens auch gut verträglich sind. Gerade in den letzten Jahren haben wir gelernt, dass nicht jede Patientin mit Krebs eine Chemotherapie braucht und dennoch eine sehr gute Prognose hat. Es gilt: So wenig wie möglich und so viel wie nötig. Wichtig ist es jedoch, genau diese Patientinnen zu identifizieren, die eine intensive Therapie benötigen. Das ist nur durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Team möglich, denn die Innovationen gerade im Bereich der Brustkrebstherapie sind erfreulicherweise aktuell so mannigfaltig, dass man ansonsten schnell den Überblick verliert oder nicht mehr auf dem aktuellsten Stand ist.

Dies ist sicherlich auch ein Vorteil des Brustzentrums im Krankenhaus Düren. Hier arbeiten die Gynäkologinnen als Spezialistinnen für Brusterkrankungen quasi Tür an Tür mit den Radiologen, den Onkologen, den Pathologen und den Strahlentherapeuten. So können wir für jede Patientin eine maßgeschneiderte Therapie komplett vor Ort anbieten. 

Auch die Möglichkeiten der brusterhaltenden OPs und der Brustrekonstruktion sind in den vergangenen Jahren noch einmal größer geworden. Sie sind als „Senior Mammaoperateur“ der Deutschen Krebsgesellschaft Spezialisten auf diesem Gebiet.
Dr. Telja Pursche: In den meisten Fällen ist heute eine brusterhaltende Methode möglich – ein wichtiger Aspekt vor dem Hintergrund der psychischen Belastung, die mit der Erkrankung einhergeht. Der Gewebeverlust, der durch die Tumorentnahme entsteht, kann durch plastische Operationstechniken ausgeglichen werden. So lassen sich neben der Heilung der Krebserkrankung auch gute ästhetische Ergebnisse erzielen – auch dann, wenn die Brust neu aufgebaut und die Brustwarze rekonstruiert werden muss.
Für die Patientinnen hat natürlich zunächst einmal die Heilung vom Brustkrebs die höchste Priorität. Aber auch die Ästhetik ist ein wichtiger Aspekt. Dass sie bei uns zwischen den aktuellsten Verfahren entscheiden können, ohne dafür noch einmal das Behandlungsteam zu wechseln, ist für die Dürener Patientinnen sicher ein großer Vorteil.

Sie sprachen die psychische Belastung für die Patientinnen an. Auch die Sorge um das seelische Gleichgewicht gehört zu den Aufgaben eines Brustzentrums. Wozu raten Sie den Patientinnen?

Dr. Telja Pursche: Wichtig ist, dass sich die Patientin darauf verlassen kann, dass Spezialisten aus allen beteiligten Fachgebieten gemeinsam eine „maßgeschneiderte“ individuelle Therapieempfehlung geben und dass diese Empfehlung im vertrauensvollen Gespräch mit der Patientin intensiv erläutert wird. Auch der schnelle Beginn der Therapie mit zeitnahen Terminen zum Beispiel beim Onkologen oder Radiologen ist wichtig.
Neben den klassischen ärztlichen Behandlungsoptionen sollten aber viele weitere Behandlungsakteure nicht vergessen werden, die sehr viel zum Wohlbefinden unserer Patientinnen beitragen. Unsere speziell ausgebildeten Brustschwestern, die Breast Care Nurses, begleiten und beraten Sie während der gesamten Therapie und darüber hinaus, zum Beispiel auch bezüglich Reha oder sozialrechtlichen Fragen. Sport kann nachweislich das Rezidivrisiko und die Nebenwirkungsrate von medikamentösen Therapien senken. Deshalb sind wir sehr froh über unser Gesundheitszentrum, das ein breites Sportangebot auch speziell für Krebspatientinnen vorweisen kann. Ein weiteres Standbein ist die psychoonkologische Betreuung, die wir in unserem Haus anbieten. Und wir haben Expertinnen für naturheilkundliche Verfahren, die ebenfalls eine sehr gute Ergänzung zur klassischen Schulmedizin sein können.

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Moderne Mammographie

Seit dem Frühjahr steht im Krankenhaus Düren das derzeit modernste Mammographiegerät. Wie wird es eingesetzt?
Dr. Telja Pursche: Unser neues Mammographiegerät ist rege im Einsatz. Beispielweise bei Patientinnen, die sich mit einer bereits bekannten Brustkrebserkrankung bei uns in Behandlung befinden. Die Mammographie bieten wir diesen Patientinnen zur Komplettierung der Diagnostik an. Ein weiteres Einsatzgebiet der neuen Anlage sind sehr kleine Tumorbefunde oder auffälliger Mikrokalk. Am Tag der Operation können wir mit Hilfe der modernen Mammographieanlage einen Markierungsdraht einlegen, um ganz präzise operieren zu können.

Bieten Sie auch Vorsorgeuntersuchungen an?
Dr. Telja Pursche: Für Vor- und Nachsorgeuntersuchungen mit dem neuen Mammographiegerät haben wir bisher nur eine Zulassung der privaten Kassen. Die Brustvor- und Nachsorge bei gesunden Patientinnen ist aber in Deutschland auch vor allem über den ambulanten Bereich organisiert. Ihr Frauenarzt ist dafür der erste Ansprechpartner. Ab dem 30. Lebensjahr werden die Brustdrüsen und die Lymphknoten in den Achselhöhlen jährlich kontrolliert und abgetastet. Sollten sich hier unklare Befunde ergeben, führt der Frauenarzt oft einen gezielten Ultraschall durch und prüft, ob eine Weiterüberweisung ins Brustzentrum zur Abklärung sinnvoll ist.
Zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr erfolgt zusätzlich alle zwei Jahre die Einladung zur sogenannten Screening-Mammographie, also die Röntgenuntersuchung der Brust. Bei sehr dichtem Drüsengewebe kann es sein, dass die Mammographie nur bedingt aussagekräftig ist. Dann kann eine zusätzliche regelmäßige Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Auch hier berät Sie der niedergelassene Frauenarzt und entscheidet mit der Patientin zusammen, was sinnvoll ist.

Dieses Interview ist erschienen in der Ausgabe 2_2020 des Gesundheitsmagazins InForm, herausgegeben vom Krankenhaus Düren.

Publiziert in Gynäkologie

„Sport ist in der Brustkrebsnachsorge sehr wertvoll. Er senkt nachweislich das Risiko, dass der Brustkrebs erneut auftritt, und reduziert ebenso die Nebenwirkungsrate von medikamentösen Therapien“, sagt Dr. Telja Pursche, Sektionsleiterin des Brustzentrums im Krankenhaus Düren. Sie freut sich deshalb über den Neustart eines Angebotes im Gesundheitszentrum des kommunalen Krankenhauses: Dort startet der Verein zur Förderung des Gesundheits-, Präventiv- und Rehasports am Montag, 29. Juni (16.45 Uhr), nach der Coronapause wieder den Rehabilitationssportkurs „Sport in der Tumornachsorge“ in enger Kooperation mit Frauenklinik und Brustzentrum des Krankenhauses.

Während der Sportstunde wird eine Ausgleichsgymnastik insbesondere für den Schulter- und Armbereich durchgeführt, die ganz gezielt die Defizite im funktionellen Bereich berücksichtigt. Ergänzend gibt es ein moderates Ausdauertraining, unter anderem auch in Form von Nordic Walking, sowie verschiedene Entspannungstechniken wie wie beispielweise Progressive Muskelentspannung.

Weitere Informationen erhalten Sie unter 02421/301122 montags bis mittwochs von 9.30 bis 12.00 Uhr, donnerstags von 13.30 bis 16.00 Uhr sowie freitags zwischen 12.00 und 14.00 Uhr oder auf den Seiten des Gesundheitszentrums unter www.krankenhaus-dueren.de.

Publiziert in Gesundheitszentrum
Dienstag, 18 Juni 2019 13:00

Das Brustzentrum informiert

Gut besucht war der Patientinnentag des Brustzentrums Düren, der erstmals im schönen Ambiente der Kulturfabrik Becker & Funck veranstaltet wurde. Das Brustzentrum, eine gemeinsame Einrichtung von Krankenhaus Düren und St. Marien-Hospital Düren-Birkesdorf, hatte neben medizinischen Vorträgen auch ein umfangreiches Rahmenprogramm organisiert.

Publiziert in Brustzentrum
Mittwoch, 29 Mai 2019 12:49

Patientinnentag des Brustzentrums

Die Antihormontherapie und der Einsatz von Naturheilverfahren stehen im Blickpunkt beim Patientinnentag, zu dem das Brustzentrum Düren am Freitag, 14. Juni, von 16 bis 19 Uhr in die Kulturfabrik Becker & Funck einlädt. Das kooperierende Zentrum von Krankenhaus Düren und St. Marien-Hospital Düren-Birkesdorf stellt zudem die aktuellen Teams der beiden Standorte vor. Eine Modenschau mit den neuesten Trends für BH´s, Badeanzüge und Perücken rundet das Programm ab.

Nach der Begrüßung und Teamvorstellung durch die beiden Chefärzte Dr. Heike Matz (Krankenhaus Düren) und Dr. Axel Sauerwald (St. Marien-Hospital) wird  Dr. Anna Rüland, Sektionsleitung des Brustzentrums am Standort St. Marien-Hospital, den aktuellen Stand in der Antihormontherapie (endokrinen Therapie) zusammenfassen. Dr. Nadine Tix, Fachärztin am Standort Kran­kenhaus Düren, berichtet über ergänzende natur­heilkundliche Verfahren zur Linderung der Neben­wirkungen einer Brustkrebstherapie. Im Anschluss beantworten die Referentinnen und das gesamte Team des Brustzentrums gerne die Fragen der Besucherinnen. Vor der abschließenden Modenschau gibt es die Gelegenheit zum Besuch einer Ausstellung im Foyer der Kulturfabrik, wo auch ein kleiner Imbiss angeboten wird.

Der Eintritt zum Patientinnentag des Brustzentrums ist frei. Parkmöglichkeiten stehen rund um die Kulturfabrik (Binsfelder Straße 77) ausreichend zur Verfügung.

Publiziert in Brustzentrum
Montag, 11 Februar 2019 11:41

Viel mehr als nur Schminke

Die Diagnose Krebs, die jährlich rund 230.000 Frauen in Deutschland erhalten, bedeutet nicht nur den Kampf mit dem Überleben, sondern auch einen täglichen Kampf mit dem Spiegelbild. Denn die Krebstherapie mit Chemo- oder Strahlenbehandlung führt zu drastischen Veränderungen des Aussehens. Durch Haarausfall, Verlust von Wimpern und Augenbrauen oder Hautirritationen verlieren viele Frauen ihr Selbstbewusstsein und fühlen sich zusätzlich von der Krankheit gezeichnet.

In den kostenfreien „look good feel better“-Kosmetikseminaren von DKMS LIFE gemeinnützige Gesellschaft mbH erhalten Krebspatientinnen Hilfe zur Selbsthilfe im Umgang mit den äußeren Veränderungen während der Krebstherapie. Im Krankenhaus Düren bietet Breast Care Nurse Beate Jepsen die Seminare an.

Publiziert in Brustzentrum

Für die Patientinnen im Brustzentrum des Krankenhauses Düren ist das eine sehr gute Nachricht: Das Team des Brustzentrums hat mit Dr. Telja Pursche hochwertige Verstärkung erhalten. Dr. Pursche wechselt vom hohen Norden an die Rur. Sie kommt vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, wo sie stellvertretende Leiterin des interdisziplinären Brustzentrums war. In der Frauenklinik des Krankenhauses Düren übernimmt sie nun die Sektionsleitung Senologie (Lehre von der weiblichen Brust).

Publiziert in Gynäkologie
Dienstag, 24 November 2015 13:43

Den Organismus stützen und stärken

Beim Patientinnentag im Krankenhaus Düren werden ergänzende Heilverfahren vorgestellt.

Brustkrebspatientinnen und ihre Angehörigen suchen oft nach Möglichkeiten, ergänzend zur „schulmedizinischen“ Behandlung noch etwas zu tun, um mit der Erkrankung und insbesondere den Nebenwirkungen besser umgehen zu können. Die Frauenklinik und das Brustzentrum im Krankenhaus Düren haben bei ihrem Patientinnentag 2015 deshalb die Möglichkeiten der Komplementärmedizin in den Mittelpunkt gestellt. Über 100 Besucher kamen ins Kongresszentrum der Klinik an der Roonstraße.

Publiziert in Gynäkologie
Dienstag, 07 April 2015 12:26

Die Hilfe kommt von Herzen

Dass auch das Leid zum Leben gehört, haben die Mädchen der Klasse 8b im St.-Angela-Gymnasium zum Teil schon in ihrem Umfeld erfahren müssen. Im Religionsunterricht mit Lehrerin Anna Christina Kleinlosen befassten sich die Schülerinnen intensiv mit dem Thema. So entstand der Wunsch, Menschen zu helfen, die gerade Leid ertragen müssen. Und dabei nahmen die Mädchen und ihre Lehrerin schnell eine ganz besondere Gruppe in den Blick: die Patientinnen des Brustzentrums im Krankenhaus Düren. Die Schülerinnen nähten 40 ganz besondere Kissen, die ihre Herzform nicht nur aus symbolischen Gründen haben.

Publiziert in Gynäkologie
Freitag, 20 Februar 2015 12:14

Neue Selbsthilfegruppe

Frauen, die Brustkrebs oder andere gynäkologische Tumorerkrankungen durchgemacht haben, sind eingeladen, sich an der Gründung einer neuen Selbsthilfegruppe zu beteiligen. Angesprochen sind alle Frauen, die sich regelmäßig in gemütlicher, ungezwungener Atmosphäre austauschen und gegenseitig unterstützen wollen. Dabei soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen.

Das erste Treffen findet am Dienstag, 3. März, von 17 bis 18.30 Uhr im Kongresszentrum (Raum Düren) des Krankenhauses Düren statt. Das Brustzentrum des Krankenhauses unterstützt die Gruppengründung. Ansprechpartnerin für weitere Informationen ist Gerda Jakob aus Heimbach. Sie ist unter 0152/54696598 erreichbar.

Publiziert in Gynäkologie
Freitag, 21 November 2014 09:53

Neue Entwicklungen in der Brustkrebstherapie

Patientinnentag in der Frauenklinik des Krankenhauses Düren gibt einen Überblick

Brustkrebs ist heute sehr gut heilbar. Das ist die gute Nachricht. Aber es gibt auch eine schlechte Nachricht: 75.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich neu an Brustkrebs, Tendenz steigend. Umso wichtiger ist es für die Medizin, umfassend zu informieren und damit Ängste zu nehmen. Die Frauenklinik im Krankenhaus Düren und das dortige Brustzentrum nehmen diese Aufgabe sehr ernst und laden regelmäßig zu Informationsveranstaltungen ein. Beim jüngsten Patientinnentag im Kongresszentrum der Klinik an der Roonstraße standen die neuesten Erkenntnisse in der Brustchirurgie und der antihormonellen Therapie sowie neue Verfahren in der gynäkologischen Krebsbehandlung und der Stellenwert des Mammographie-Screenings auf dem Programm.

Publiziert in Gynäkologie
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