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Radiologie

Radiologische Bilddaten auf der Überholspur

Freitag, 13 Januar 2023 10:49

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen kommt beizeiten im Schneckentempo voran. Während sich bei der elektronischen Patientenakte und E-Rezepten etwas tut, wurde im jüngsten Krankenhausmodernisierungsgesetzt die elektronische Bildgebung schlicht vergessen. Zwar müssen Patienten keine Mappen mit Röntgenaufnahmen mehr von Arzt zu Arzt tragen, doch auch das Einlesen von CDs braucht Zeit. Sofern die Datenträger überhaupt zur Hand sind und funktionieren. „Die schnelle Verfügbarkeit von Voraufnahmen aus anderen Kliniken oder Praxen kann im Notfall entscheidend sein, damit die behandelnden Ärzte eine richtige Therapieentscheidung treffen können. Traurige Realität in Deutschland ist jedoch, dass wie vor 20 Jahren sehr oft Bilddaten mit dem Taxi oder der Post auf CDs und DVDs versendet werden. Das ist für den Notfall absolut ungeeignet und führt zu unnötigen Doppeluntersuchungen“, bilanziert Professor Dr. med. Andreas F. Kopp, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Krankenhaus Düren. Es ist ein auch im Sinne der Patienten nicht haltbarer Zustand.
Das Krankenhaus Düren hat mit dem Anschluss an den Westdeutschen Teleradiologieverbund daher einen entscheidenden Schritt zur nächsten Stufe der digitalen Vernetzung mit anderen Leistungsträgern in der Gesundheitsversorgung getan. Hier steht vor allem der Patient im Mittelpunkt: „Durch den sicheren Austausch der Bilddaten kommen wir ganz schnell an die aktuellen Daten - und vermeiden zeit- und ressourcenintensive Doppeluntersuchungen“, erklärt Dr. Kopp. Dies ist nicht nur in Notfällen wichtig, sondern beispielsweise auch für Tumorpatienten, die oft in unterschiedlichen hochspezialisierten Kliniken und Praxen gemeinsam betreut werden. Der schnelle Austausch von Bilddaten ist dabei enorm wichtig.
Der Westdeutsche Teleradiologieverbund (TRV) bietet einen online-Transfer für radiologische Bilddaten, um zeitnah und kostengünstig bilddiagnostische Informationen behandelnden Ärzten zugänglich zu machen. Und das so einfach wie das Versenden einer E-Mail - selbstverständlich nur mit Einverständnis der Patienten und sehr hoher Datensicherheit. „Bei Verlegungen können hiermit die Bilder schon lange vor Ankunft des Patienten bei den weiterbehandelnden Ärzten eintreffen, um so die medizinische Versorgung zu optimieren“, beschreibt der Chefarzt weitere Vorteile. Patientinnen und Patienten müssen nicht einer zusätzlichen Strahlendosis ausgesetzt werden - und auch die Wartezeiten würden aufgrund der schnellen Übermittlung auch großer Datenvolumina spürbar sinken. „Es dauert schon einmal 30 bis 40 Minuten, eine DVD einzulesen. Und dann stellt sich heraus, dass die vermeintlich aktuelle Aufnahme des Herzens die Knie-OP aus dem Jahr 2017 ist“, sagt Kopp.
Derzeit sind über 600 Einrichtungen in diesem Netzwerk organisiert, das Krankenhaus Düren ist der erste Grundversorger in der Region, der sich beteiligt. Das Netzwerk wurde im Ruhrgebiet von Krankenhäusern gegründet und verfolgt keine Gewinnerzielungsabsicht. „Wer im Auge des Sturms arbeitet weiß, wie wichtig schnelle Informationen sind“, erklärt Chefarzt Kopp. Mittlerweile sind neben allen deutschen Universitätskliniken und vielen Krankenhäusern auch Kliniken der Euregio und Facharztpraxen angeschlossen. Über dieses Netzwerk können radiologische Bilder sowohl empfangen als auch gesendet werden. Bis dato wurden rund 200 Terrabyte Daten, 500 Millionen Mails und rund 750.000 Untersuchungen auf diesem Wege übertragen. Selbstverständlich wird hierbei der Datenschutz nach EU-DSVGO streng eingehalten und kontrolliert.
Der westdeutsche Teleradiologieverbund wird nicht nur für den Transfer von Klinik zu Klinik oder Praxis eingesetzt, auch die Kommunikation mit der Ärztlichen Stelle der Ärztekammer zur Qualitätssicherung läuft hierüber voll digital. „Besonders spannend ist die Möglichkeit, über das Netzwerk eigene Untersuchungen mit Hilfe von unterschiedlichsten Werkzeugen künstlicher Intelligenz auswerten zu lassen, ohne hierfür die notwendige Software oder Server vor Ort haben zu müssen“, berichtet Dr. Kopp. Auch hiervon profitiert ganz unmittelbar der Patient, da modernste Diagnosetechniken, wie sie sonst nur in großen Zentren eingesetzt werden können, auch anderen Kliniken und Praxen zur Verfügung steht. Andreas F. Kopp: „Ich würde mir wünschen, dass auch weitere medizinische Einrichtungen im Kreis Düren den Nutzen für die Patienten erkennen und sich anschließen.“

Das Herz des Kernspintomographen pulsiert weiter

Montag, 07 November 2022 13:25

Modernisierung statt Austausch: Vorzeigeprojekt für Nachhaltigkeit in der Medizintechnik -

Schnellere Untersuchungen, höhere Leistung und kürzere Wartezeiten für Patientinnen und Patienten: Am Krankenhaus Düren wurde ein neuer Kernspintomograph modernster Bauart in Betrieb genommen, der bei identischer Bildqualität zum Vorgängermodell die Zeit einer MRT-Untersuchung um bis zu 50 Prozent verringern kann. Bei Bedarf kann bei gleicher Scanzeit die Bildqualität deutlich erhöht werden, um mehr Details zu erkennen und Eingriffe mit höchstmöglicher Präzision vornehmen zu können. Zugleich ist das Gerät ein Vorzeigeprojekt für Nachhaltigkeit in der Medizintechnik. Denn statt eines kompletten Austauschs wurde das Herzstück des Kernspintomographen, der mehrere Tonnen schwere supraleitende Magnet, bewahrt – und alle anderen elektronischen Systeme auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
„Der Magnet hat eine Lebensdauer von 20 Jahren und wird heute noch nahezu unverändert gebaut. Die elektronischen Komponenten wie Spulen und Computer werden dagegen von Jahr zu Jahr leistungsfähiger. Der Austausch des gesamten Systems unter Beibehaltung des Magneten ist ökonomisch wie ökologisch überaus sinnvoll“, freut sich Professor Dr. med. Andreas F. Kopp, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, über diese neuartige Form eines System-Upgrades. In der Vergangenheit wurden Kernspintomographen komplett ausgebaut, die Behandlungsräume mussten zum Teil aufwendig und über mehrere Wochen umgebaut werden.
In nur zwei Wochen war die Umrüstung in Düren abgeschlossen, die Umweltbelastung durch Produktion, Transport und Einbau des Magneten entfällt komplett, auch die zur Kühlung notwendigen 1500 Liter des extrem teuren und weltweit knappen Edelgases Helium mussten nicht abgelassen werden und wurden weiterverwendet. Weiterer Vorteil: Die Kosten lagen nur bei rund einem Drittel des Neuanschaffungspreises.
„Als wir den Hersteller den Austausch aller anderen Komponenten vorgeschlagen haben, hat er die Idee aufgegriffen“, sagt Chefarzt Andreas F. Kopp. Der neue Kernspintomograph ist trotz seines älteren Herzens dennoch auf dem neuesten Stand der Technik. Für den Patienten ist die Untersuchung mit dem neuen Gerät ein deutlich angenehmeres Erlebnis: Neben den kürzeren Messzeiten erhöht eine Memoryschaum-Auflage den Liegekomfort und die Lautstärke des Gerätes kann deutlich gedrosselt werden. Je nach Untersuchung macht das Gerät eigenständig Sprachansagen – in dutzenden Sprachen. Eine berührungslose Patientenabtastung ermöglicht mit optischer Abtastung und künstlicher Intelligenz ein schnelles Erkennen der Atmung des Patienten und lassen lästige und unbequeme Atemgurte überflüssig werden.
„Alles, was die Untersuchung für den Patienten angenehmer macht, führt zu besseren Resultaten“, erklärt Oberarzt Dr. med. Thomas Alexander Ochtrop. Je ruhiger der Patient „in der Röhre liegt“, die übrigens viel luftiger geworden ist, desto besser sind die Aufnahmen. „Neben den Vorteilen der präziseren Bildgebung wurden die gesamten Abläufe von der Lagerung bis zum Scan vereinfacht und beschleunigt. Das erlaubt uns als Krankenhaus, mehr Termine pro Tag anbieten zu können und die Wartezeiten zu reduzieren“, freut sich Geschäftsführerin Kathleen Büttner-Hoigt über die erfolgreiche „Premiere“ eines nachhaltigen System-Upgrades in Düren: „Gewinner sind die Patienten.“

Künstliche Intelligenz im CT

Donnerstag, 06 Januar 2022 14:59

 

Künstliche Intelligenz – kaum ein Begriff löst so unterschiedliche Emotionen aus. Die einen erschaudern vor eigenständig denkenden Roboterwesen, die irgendwann die Welt und die Menschen beherrschen. Hollywood lässt grüßen. Die anderen sehen die faszinierenden Möglichkeiten, die selbstlernende Computerprogramme für unser zukünftiges Leben bieten.

Prof. Andreas Kopp gehört zweifellos zu der zweiten Gruppe. Da trifft es sich gut, dass er als Radiologe in einer Fachrichtung arbeitet, in der Künstliche Intelligenz, kurz auch KI genannt, zunehmend an Bedeutung gewinnt. Da der Chefarzt der Radiologie im Krankenhaus Düren aber selbstverständlich auch die mit Künstlicher Intelligenz verbundenen Ängste kennt, gibt er gleich einmal Entwarnung: „Roboter werden die Radiologen nicht ablösen! Aber KI wird uns zunehmend helfen, für unsere Patienten noch bessere und noch schonendere Untersuchungen anbieten zu können.“

Schonende Eingriffe unter Bildkontrolle

Mittwoch, 15 Dezember 2021 15:01

Röntgen, Computertomographie, Magnetresonanztomographie – diese und andere bildgebende Verfahren liefern Befunde als Basis für die folgenden Behandlungen. Doch die Radiologie kann mehr als Bild-Diagnose. Schon lange sind Radiologen auch therapeutisch tätig. In der Interventionellen Radiologie werden unter Bildkontrolle Gewebeproben entnommen, Gefäße geweitet, verschlossen oder erneuert und Tumore behandelt. All das mit kleinsten Einschnitten und damit besonders schonend für die Patienten. Die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Krankenhaus Düren ist auf diese Verfahren spezialisiert. Und sie gibt ihr Wissen und Können als zertifiziertes Ausbildungszentrum weiter.

Schonende Gefäßmedizin

Dienstag, 01 September 2020 11:39

Ist die Rede von der Radiologie, dann denken wir zuallerst an Diagnosen. Röntgen, Computertomographie, Magnetresonanztomographie und andere bildgebende Verfahren liefern Befunde als Basis für die folgenden Behandlungen. Doch das Fach kann mehr: Seit vielen Jahren sind Radiologen auch therapeutisch tätig. In der Interventionellen Radiologie werden unter Bildkontrolle Gefäße geweitet, verschlossen oder erneuert, Gewebeproben entnommen und Tumore behandelt. All das geschieht mit kleinsten Einschnitten und ist damit besonders schonend für die Patienten. Die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Krankenhaus Düren ist nicht nur auf diese Verfahren spezialisiert, sondern darf sich nun auch zertifiziertes Ausbildungszentrum für Interventionelle Radiologie nennen.

Den Prostatakrebs sehr früh entdecken

Donnerstag, 09 Juli 2020 13:46

Je früher ein Tumor erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung. Das gilt auch für den Prostatakrebs, mit über 63.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. Die gute Nachricht: Mit einer innovativen Untersuchungstechnik lassen sich jetzt auch kleinste Tumore in der Prostata frühzeitig entdecken und beurteilen. Eine Kombination aus speziellen MRT- und Ultraschalluntersuchungen macht das möglich. Auch in Düren: Mit dem Urologen Dr. Guido Breuer und dem Radiologen Priv.-Doz. Dr. Michael Meier-Schroers hat das Krankenhaus Düren zwei Mediziner, die auf das moderne Verfahren spezialisiert sind.

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