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Prof. Kopp nahm die Besucher des Patientenforums "Medizin hautnah" mit auf eine Reise in den menschlichern Körper Foto: Jörg Abels (Dürener Zeitung)

Prof. Kopp gibt bei „Medizin hautnah“ Einblicke in die Radiologie

Düren. „Wer früher im Krankenhaus die Radiologie suchte, brauchte nur seiner Nase zu folgen“, begrüßte Professor Dr. Andreas Kopp die Leser zum Forum „Medizin hautnah“ von DZ und Krankenhaus Düren mit einem Schmunzeln. Auf ihren guten Riecher aber können sich Patienten schon lange nicht mehr verlassen. Der Geruch von Entwickler zur Erstellung der Röntgenbilder gehört längst der Vergangenheit an.

„Die moderne Radiologie ist film-, chemie- und papierlos. Sie ist 100 Prozent digital, umweltfreundlich, schnell und schonend für den Patienten“, verdeutlichte Professor Kopp, dass sich das Arbeitsfeld seit Wilhelm Conrad Röntgen anno 1895 die nach ihm benannten Strahlen entdeckte, komplett verändert hat. Und damit auch die Arbeit des Radiologen, der nicht länger im dunklen Kämmerlein sitzt, um Röntgenfilme auszuwerten. Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) liefern „faszinierende Einblicke in den menschlichen Körper“. Digitale, weniger als einen Millimeter breite Schnittbilder des Körpers, die der Radiologie in 3-DTechnik selbst am Computer Scheibe für Scheibe auswertet, aber auch im regen Austausch mit den übrigen Abteilungen des Hauses. „Die Radiologie ist heute ein sehr kommunikatives Fach“, unterstrich der Professor. Und eines mit vielfältigen Möglichkeiten, so dass „nahezu jeder Krankenhaus-Patient während seines Aufenthalts mindestens einmal bei uns vorbeischaut“.

Kopp erklärte anschaulich die verschiedenen bildgebenden Verfahren, die je nach Indikation angewandt werden. Angefangen beim „Digitalen Röntgen“ mit ganz geringer Strahlendosis beispielsweise beim Verdacht einer Lungenentzündung, über den Ultraschall, die oft vergessene Mammografie zur Brustkrebserkennung, die Angiographie zur Gefäßdarstellung bis hin zum in der modernen Tumortherapie sehr wichtigen CT und zum MRT, das „aus der Knochenbildgebung nicht mehr wegzudenken ist“, aber auch aufgrund seiner im Vergleich zum CT höheren Empfindlichkeit auch bei der Suche nach Metastasen und in der Gehirnforschung immer öfter zum Einsatz kommt. „Mit dem MRT kann man sogar sehen, wie das Gehirn arbeitet“, zeigte Kopp am Beispiel eines im Gerät lesenden Patienten. Einziges Problem: Eine MRT-Untersuchung dauert bis zu 60 Minuten.

Deutlich schnellere Ergebnisse liefert das CT: Binnen Sekunden entstehen Aufnahmen vom gesamten Körper oder auch von kleinsten Strukturen wie einem Gehörknöchelchen. Angst vor der dabei eingesetzten Röntgenstrahlung brauche niemand zu haben, versicherte Kopp. Aber natürlich werde in jedem Einfall abgewogen, ob nicht ein anderes Verfahren gleichwertige Ergebnisse liefert.
Bevor Kopp und seine Kollegen den Lesern noch die Hightech-Geräte der Radiologie vorstellten, ließ er nicht unerwähnt, dass die Computertomographie auch der Steuerung von Eingriffen wie der Gewinnung einer Gewebeprobe dient. Zuvor hatten die Zuhörer bei der von Christoph Lammertz moderierten Fragerunde ihr großes Interesse am Thema bezeugt.                                                                                                          

Jörg Abels, Dürener Zeitung

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