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Prof. Andreas Kopp, Chefarzt der Radiologie im Krankenhaus Düren, freut sich über den Einsatz der neuesten CT-Technologie, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz noch weniger Strahlenbelastung für die Patienten verursacht. Foto: C. Lammertz

 

Künstliche Intelligenz – kaum ein Begriff löst so unterschiedliche Emotionen aus. Die einen erschaudern vor eigenständig denkenden Roboterwesen, die irgendwann die Welt und die Menschen beherrschen. Hollywood lässt grüßen. Die anderen sehen die faszinierenden Möglichkeiten, die selbstlernende Computerprogramme für unser zukünftiges Leben bieten.

Prof. Andreas Kopp gehört zweifellos zu der zweiten Gruppe. Da trifft es sich gut, dass er als Radiologe in einer Fachrichtung arbeitet, in der Künstliche Intelligenz, kurz auch KI genannt, zunehmend an Bedeutung gewinnt. Da der Chefarzt der Radiologie im Krankenhaus Düren aber selbstverständlich auch die mit Künstlicher Intelligenz verbundenen Ängste kennt, gibt er gleich einmal Entwarnung: „Roboter werden die Radiologen nicht ablösen! Aber KI wird uns zunehmend helfen, für unsere Patienten noch bessere und noch schonendere Untersuchungen anbieten zu können.“

Und wie geht das konkret? Im Krankenhaus Düren nutzt die Radiologie seit einem guten Jahr einen neuen hochmodernen Computertomographen. „Dieser CT liefert im Vergleich zu früheren Modellen nicht nur schärfere und bessere Bilder, sondern macht das auch mit einer deutlich niedrigeren Strahlenbelastung für die Patienten“, berichtet Prof. Kopp. In diesem Herbst hat der Hersteller dann noch ein weiteres Feature für den CT entwickelt, das im Krankenhaus Düren sofort integriert wurde. „Es ist eine Software, die in zigtausenden von CT-Aufnahmen ´gelernt´ hat, Bildfehler zu eliminieren und das so genannte Bildrauschen extrem zu reduzieren“, erklärt der Chefarzt. Das sei vorher nur über eine höhere Bildauflösung möglich gewesen. Jede höhere Bildauflösung erfordere aber eine höhere Strahlendosis. „Mit dieser neuen KI-Software erhalten wir höchstpräzise Bilder mit einer Strahlendosis, die noch einmal um rund 20 Prozent reduziert ist“, freut sich Prof. Kopp.

Es ist ein weiterer Schritt in einer Entwicklung, die in den vergangenen Jahren rasant war. Beispiel Cardio-CT: Wer vor zehn Jahren zur Herzdiagnostik eine CT-Untersuchung erhielt, der war im Vergleich zu heute einer bis zu 20-fach höheren Strahlendosis ausgesetzt. Da die bildgebenden Verfahren in der Medizin aber immer mehr an Bedeutung gewonnen haben, weil sie auch immer genauere Diagnosen ermöglichen, musste es das Ziel sein, die Strahlenbelastung so weit, wie es eben geht, herunterzufahren. „Wir wollen jede Untersuchung so schonend wie möglich durchführen“, sagt Prof. Kopp. Daher sei er sehr froh darüber, auch die neueste Entwicklung sofort zum Einsatz bringen zu können.

Künstliche Intelligenz, da ist der Professor sehr sicher, werde schon bald auch weitere Einsätze im Krankenhaus haben. Dabei denkt er kurzfristig zum Beispiel an KI-Tools, die eine optimale Behandlungsplanung unterstützen. Und langfristig? „KI wird in der Medizin sicherlich weiter an Bedeutung gewinnen“, sagt der Chefarzt. „Sie wird uns unterstützen und neue Optionen bieten. Aber sie wird nie die Medizin von Menschen für Menschen ersetzen können.“ Bei aller Begeisterung für den Fortschritt ist ihm dieses Statement ganz wichtig.

Zusatzinfo: Was ist KI?
Es existieren zahlreiche Definitionen für den Begriff der KI. So formuliert das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz: „Künstliche Intelligenz ist die Eigenschaft eines IT-Systems, „menschenähnliche“, intelligente Verhaltensweisen zu zeigen.“
Auf der Website des Europäischen Parlaments heißt es: „Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit einer Maschine, menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität zu imitieren.“