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Ein Vorbild für Nachhaltigkeit in der Medizintechnik: Professor Dr. med. Andreas F. Kopp, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Krankenhaus Düren (2.v.r.) und sein Team erläutern Geschäftsführerin Kathleen Büttner-Hoigt die Vorzüge des neuen Systems. Foto: Krankenhaus Düren

Modernisierung statt Austausch: Vorzeigeprojekt für Nachhaltigkeit in der Medizintechnik -

Schnellere Untersuchungen, höhere Leistung und kürzere Wartezeiten für Patientinnen und Patienten: Am Krankenhaus Düren wurde ein neuer Kernspintomograph modernster Bauart in Betrieb genommen, der bei identischer Bildqualität zum Vorgängermodell die Zeit einer MRT-Untersuchung um bis zu 50 Prozent verringern kann. Bei Bedarf kann bei gleicher Scanzeit die Bildqualität deutlich erhöht werden, um mehr Details zu erkennen und Eingriffe mit höchstmöglicher Präzision vornehmen zu können. Zugleich ist das Gerät ein Vorzeigeprojekt für Nachhaltigkeit in der Medizintechnik. Denn statt eines kompletten Austauschs wurde das Herzstück des Kernspintomographen, der mehrere Tonnen schwere supraleitende Magnet, bewahrt – und alle anderen elektronischen Systeme auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
„Der Magnet hat eine Lebensdauer von 20 Jahren und wird heute noch nahezu unverändert gebaut. Die elektronischen Komponenten wie Spulen und Computer werden dagegen von Jahr zu Jahr leistungsfähiger. Der Austausch des gesamten Systems unter Beibehaltung des Magneten ist ökonomisch wie ökologisch überaus sinnvoll“, freut sich Professor Dr. med. Andreas F. Kopp, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, über diese neuartige Form eines System-Upgrades. In der Vergangenheit wurden Kernspintomographen komplett ausgebaut, die Behandlungsräume mussten zum Teil aufwendig und über mehrere Wochen umgebaut werden.
In nur zwei Wochen war die Umrüstung in Düren abgeschlossen, die Umweltbelastung durch Produktion, Transport und Einbau des Magneten entfällt komplett, auch die zur Kühlung notwendigen 1500 Liter des extrem teuren und weltweit knappen Edelgases Helium mussten nicht abgelassen werden und wurden weiterverwendet. Weiterer Vorteil: Die Kosten lagen nur bei rund einem Drittel des Neuanschaffungspreises.
„Als wir den Hersteller den Austausch aller anderen Komponenten vorgeschlagen haben, hat er die Idee aufgegriffen“, sagt Chefarzt Andreas F. Kopp. Der neue Kernspintomograph ist trotz seines älteren Herzens dennoch auf dem neuesten Stand der Technik. Für den Patienten ist die Untersuchung mit dem neuen Gerät ein deutlich angenehmeres Erlebnis: Neben den kürzeren Messzeiten erhöht eine Memoryschaum-Auflage den Liegekomfort und die Lautstärke des Gerätes kann deutlich gedrosselt werden. Je nach Untersuchung macht das Gerät eigenständig Sprachansagen – in dutzenden Sprachen. Eine berührungslose Patientenabtastung ermöglicht mit optischer Abtastung und künstlicher Intelligenz ein schnelles Erkennen der Atmung des Patienten und lassen lästige und unbequeme Atemgurte überflüssig werden.
„Alles, was die Untersuchung für den Patienten angenehmer macht, führt zu besseren Resultaten“, erklärt Oberarzt Dr. med. Thomas Alexander Ochtrop. Je ruhiger der Patient „in der Röhre liegt“, die übrigens viel luftiger geworden ist, desto besser sind die Aufnahmen. „Neben den Vorteilen der präziseren Bildgebung wurden die gesamten Abläufe von der Lagerung bis zum Scan vereinfacht und beschleunigt. Das erlaubt uns als Krankenhaus, mehr Termine pro Tag anbieten zu können und die Wartezeiten zu reduzieren“, freut sich Geschäftsführerin Kathleen Büttner-Hoigt über die erfolgreiche „Premiere“ eines nachhaltigen System-Upgrades in Düren: „Gewinner sind die Patienten.“