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Verabschiedet sich nach 31 Jahren vom Krankenhaus Düren: Seelsorger Anton Straeten. Foto: Christoph Lammertz

Nach 31 Jahren verlässt Seelsorger Anton Straeten das Krankenhaus Düren

„Es ist wirklich nicht so einfach“, gibt er in seiner offenen Art unumwunden zu. Der Abschied von seiner seelsor-gerischen Aufgabe im Krankenhaus Düren fällt Anton Straeten sichtlich schwer. Vielleicht hat er sich seine Versetzung in den Ruhestand ein wenig leichter vorgestellt – zumal er viele seiner seelsorgerischen Aufgaben zum Beispiel in St. Marien weiter mit dem gewohnt großen Engagement fortführen wird. Doch 31 Jahre Seelsorge im Krankenhaus Düren, mehr als drei Jahrzehnte mit tausenden intensiven Begegnungen, vielen Herausforderungen, schwierigen, aber auch beglückenden Momenten, legt man nicht ab wie einen alten Mantel. Sie bleiben in den Kleidern hängen. Und das ist in diesem Fall durchaus positiv zu verstehen. „Die Erfahrungen, die ich hier gemacht habe, haben mich sehr bereichert“, sagt Anton Straeten. Sie werden mein Leben weiter prägen und mir bei meinen anderen Aufgaben helfen.“

Die Entscheidung, sich in der Krankenhausseelsorge zu engagieren, war für den jungen Kaplan Anton Straeten eine ganz bewusste. Auslöser war der Tod eines 16-Jährigen aus seiner damaligen Pfarrgemeinde in Aachen-Nord. „Innerhalb weniger Tage ist er an Leukämie gestorben. Das hat mich damals umgehauen. Ich hatte Angst, zur Mutter zu gehen“, erinnert sich Straeten. Doch zugleich habe er auch erfahren, wie wichtig Seelsorge in diesen schlimmen Situationen ist und so seine Berufung gefunden. Zwei Jahre lang bekleidete Straeten eine halbe Stelle im Krankenhaus Düren und war zugleich Jugendseelsorger für die Region Düren, bevor er nach dem Tod seines Vorgängers Pfarrer Fabry vom Bistum Aachen eine ganze Stelle im Krankenhaus erhielt. Der Aachener, der in Bonn und Tübingen studiert hatte, wurde in Düren heimisch. Seit 31 Jahren lebt er in der Poliusstraße gleich neben St. Marien, wo er mit seinen lebendigen Pre-digten immer wieder für volle Kirchenbänke sorgt. Aus seinem Engagement in der Krankenhausseelsorge wuchsen weitere wertvolle Hilfsangebote. So war er Mitbegründer der Hospizbewegung und des Lebens- und Trauerhilfevereins.

Der Umgang mit Tod und Trauer war natürlich auch im Krankenhaus die größte Herausforderung für den Geistlichen. „Das Medikament Hoffnung ist das, was ich eingebracht habe“, sagt Anton Straeten. „Ich bin mit den Menschen auf die Suche danach gegangen, was diese Hoffnung auch in scheinbar hoffnungslosen Situationen sein kann. Die Haltungen von Menschen kennenzulernen, die Intimität, die in vielen Begegnungen zugelassen wurde, und das gute Gefühl, dass ein Abschied gelingen kann – das alles hat mich sehr bereichert.“

Trotz der Wehmut, mit der sein Abschied verbunden ist, freut sich Anton Straeten auch auf das, was nun kommt. Mit seinem Ausscheiden aus dem Dienst im Krankenhaus verbindet er den Wunsch, mehr Zeit in seine Leidenschaften Reisen, Lesen und Fußball investieren zu können. „Das gönnen wir ihm von Herzen, auch wenn wir ihn natürlich nicht gerne gehen lassen“, sagt Geschäftsführer Dr. Gereon Blum. „Pfarrer Anton Straeten hat unzähligen Patienten und Angehörigen seelischen Beistand geleistet. Mit großem Einfühlungsvermögen hat er es verstanden, oft schwer kranke Menschen zu begleiten, ihnen Nähe, Wärme und Hoffnung zu schenken. Auch als Gesprächs- und Kooperationspartner für unsere Mitarbeiter wird er sehr geschätzt. Für sein unermüdliches Engagement gilt ihm unser großer Dank.“

Am Samstag, 2. Februar, wird Anton Straeten mit einem feierlichen Gottesdienst im Foyer des Krankenhauses (Beginn: 18 Uhr) verabschiedet.