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Städtische Krankenanstalten 1909-1976

Die Geschichte des Krankenhauses Düren reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die erste Erwähnung eines Krankenhauses in Düren, des St.-Agatha-Hospitals auf der nördlichen Seite der Weierstraße/Ecke Wilhelmstraße im Testament des Kölner Bürgermeisters Lambert van Duren, stammt von 1417. Lesen Sie an dieser Stelle die spannende Geschichte der Entwicklung von diesem ersten Vorgänger bis zum modernen Gesundheitszentrum des 21. Jahrhunderts.

 

747

15. August: Erste Erwähnung Dürens als Villa Duria, fränkischer Königshof des Hausmeiers Pippin, der 751 König der Franken wurde. Errichtung einer Pfalz, in der Karl der Große (742-814) sich häufig aufhielt. Die Pfalzkapelle war Vorgänger der heutigen Annakirche.

1184

Düren wird als oppidum (städtische Siedlung) erwähnt

1212

Baubeginn der Stadtmauer. Eigenes Siegel der königlichen Stadt Düren.

1358

24. Mai: Ersterwähnung des Dürener Leprosenhauses südlich von Mariaweiler. Am 8. August 1690 durch französische Soldaten eingeäschert; da sich 1712 keine Leprakranken mehr im Herzogtum Jülich befinden erfolgt der endgültige Abbruch. Der Altar kommt 1724 in die Ursulinenkirche.

1417 - 27. November

Erste Erwähnung des St.-Agatha-Hospitals (Gasthaus), auf der nördlichen Seite der Weierstr./Ecke Wilhelmstr., in dem Testament des Kölner Bürgermeisters Lambert van Duren, der diesem 1 Mark Kölner Pagaments vermacht. Sicherlich ist das Haus aber mindestens 100 Jahre älter. Erste Nennung in einer Dürener Urkunde 1429.

1543 - 25. August

Großer Stadtbrand, über 600 Häuser brennen ab, darunter auch das St. Agatha-Hospital Ecke Weierstr./Wilhelmstr.

1548

1548 Der Magitrat weist den Armen ein ander hus bei dem observanten closter zu. Die Stadt ließ den Nachfolger des zerstörten St.-Agatha-Hospitals in einem schon vorhandenenGebäude, das 1591 als St. Catharinen Hoeff bezeichnet wird, vielleicht ein alter Beginenhof, einrichten. Der Wenzel Hollar Plan von 1634 zeigt an Nr. 15 das neue Gasthaus als Hospital der armer fremblingen südlich der Marienkirche auf dem Gelände der heutigen Peschschule.

1563

1563 Nachdem es zunächst nur als Pilgergasthaus diente, wurde 1563/64 eine gesonderte Kammer vur inwendige Krancke, also für Dürener Kranke, angebaut.

1582 - 11. August

Ordnung für das Gasthaus (= Armenhausordnung).

1650

14. September: Bedingungen der Aachener Elisabethinnen zur Übernahme des Dürener Gasthauses werden akzeptiert.

13. Oktober: Genehmigung der Übersiedlung durch den Erzbischof von Köln.

16. November: Der Herzog von Jülich genehmigt ebenfalls die Übersiedlung.

1651 - 6. Januar

Die ersten drei Elisabethinnen, unter ihnen Maria Magdalena Crom als erste Mutter treffen in Düren ein. Die Übersiedlung erfolgt auf Betreiben von Margarete Kemmerling geb. Brandroesters, die Geld und Sachspenden stiftet.

1658

Baubeginn von Kloster und Kapelle an der Weierstraße und Neubau des Gasthause mit Zugang von der Philippstraße (heute Verkehrsfläche Einmündung der Viktor-Gollancz-Straße in die Weierstraße.

1665

Umzug in das neue Gasthauskloster in der Weierstrasse.

1732 - 1. Januar

Für die Klosterkirche der Elisabethinnen ist eine neuer Glocke gegossen worden; eine weitere wird 1782 gegossen.

1802 - 2. Juli

Aufhebung der Orden und Klostergemeinschaften. Das Kloster der im Krankendienst tätigen Elisabethinnen bleibt bestehen.

1816 - 24. April

Der Landkreis Düren wird gebildet.

1860 - 15. Januar

Für den Bau eines städtischen Krankenhauses werden von Privaten 20.000 Taler gestiftet.

1864 - 21. Juni

Im früheren Franziskanerkloster, das bis 1861 als Bergamt diente und 1862 dem Staat von der Stadt abgekauft wurde, wird das städtische Maria-Hilf-Hospital mit 64 Betten in 8 Sälen eröffnet; Verlegung der Kranken des alten Gasthausklosters in die neue Anstalt. Die Pflege übernehmen Elisabethinnen aus dem Mutterhaus in Aachen.

1868 - 3. April

Das Maria-Hilf-Hospital erhält eine Gasbeleuchtung.

1870 - 4. März

Im Hospital werden zwei Zellen für Irre eingerichtet.

1873 - 14. März

Auflösung des Gasthausklosters durch Wegzug der beiden letzten dort lebenden Elisabethinnen nach Linnich.

1874 - 25. März

Seit dem Frühjahr Pockenepidemie mit etwa 500 Erkrankungen, davon während des Jahres 153 tödlich; Pläne für den Bau eines epidemischen Krankenhauses schleppen sich unausgeführt bis 1884 hin; bis dahin Unterbringung von Kranken im alten Badehaus an der Lindenpromenade.

1875 - 31. Mai

In Preußen Verbot der katholischen Orden und Kongregationen mit Ausnahme der Krankenpflegenden.

1879 - 12. Dezember

Das Gasthauskloster an der Weierstraße mit der Kapelle wird abgebrochen. Das Grundstück dient seitdem als Verkehrsfläche der hier mündenden Philippstraße.

1881 November

Vergrößerung des städtischen Hospitals durch einen Anbau um 40-50 Betten, Anfang 1882 bezogen.

1885 - 19. Februar

Todestag Gustav Hoesch. Er vermacht der Stadt 40.000 Mark für Hospital und Leichenhaus.

1889 Februar

Die im Hospital tätigen Elisabethinnen gründen in der Holzstraße das Elisabethstift, das alleinstehenden bejahrten Leuten Unterkunft und Pflege bietet.

1890 - 17. Dezember

Großbrand im Hospital an der Philippstraße.

1893 Oktober

Anschluß des Hospitals an die Fernsprechleitung; in der Stadt bestehen 109 Fernsprechstellen.

1897 - 11. Dezember

Anschaffung eines Röntgenapparates für das Hospital.

1909

27. Oktober: Das neugebaute Krankenhaus an der Roonstraße wird eingeweiht. Entwurf von Heinrich Dauer. Für die Röntgeneinrichtungen des Krankenhauses schenkt Leopold Peill 25.000 Mark.

Dezember: Ausbau der Roonstraße.

1910 Herbst

Nach dem Umbau des alten Krankenhauses an der Marienkirche zieht die Marienschule dort ein.

1914 - 19. Juni

Die Stadtverordneten beschließen die Errichtung eines Infektionshauses im Krankenhaus.

1925 Frühjahr

Der 1914 begonnene Neubau des Infektionshauses des Städtischen Krankenhauses ist vollendet.

1930 - 31. Januar

Das Schwesternhaus des Dürener Krankenhaus wird seiner Bestimmung übergeben.

1936

31. Oktober: Das Wöchnerinnenheim an der Ecke Goethestraße/Hoeschplatz wird aufgelöst. Abriß am 22.09.37 für den Neubau des Amtsgerichtes.

6. November: Das mit 19 Betten ausgestattete neugebaute Wöchnerinnenheim in der Roonstraße gegenüber dem Krankenhaus wird eingeweiht.

1940 Juli

An der Stelle des 1417 erwähnten Agathahospitals werden bei Bodenaushub zu einem Keller im Hause Weierstr. 22-24 in einer offenbar größeren Begräbnisstätte etwa 15-20 Bestattungen sowie darunter in gestörtem Boden römische Ziegelreste gefunden.

1944

19. Juli: 28. Fliegerangriff, Krankenhaus leicht beschädigt.

21. Juli: 29. Fliegerangriff, Krankenhaus leicht beschädigt.

24. Oktober: Mit einem Eisenbahnzug (Lazarettzug) werden kranke Bewohner u.a. aus dem Krankenhaus nach Halle/Saale und in die Staatliche Heilstätte für Tbc-Kranke in Domjüch in Neustrelitz-Strelitz/Mecklenburg gebracht.

16. November: Fast völlige Zerstörung der Stadt durch einen Fliegerangriff. Das Krankenhaus wird schwer beschädigt.

1945 Mai

Im schwer beschädigten Krankenhaus werden die ersten Patienten stationär behelfsmäßig behandelt.

1945

28. August: Nachdem die wenigen Kranken aus dem Städtischen Krankenhaus wegen Instandsetzung in die Krankenhäuser Birkesdorf und Stolberg verlegt worden sind, muß das Krankenhaus am 28.8. wegen einer sich im Kreise Düren ausbreitenden Thypusepidemie auf Anordnung der Militärregierung mit Typhuskranken belegt werden.

28. Mai: Die innere Abteilung der Krankenanstalten ist soweit hergerichtet, daß stationäre Kranke in dringenden Fällen aufgenommen werden können.

1947

1. April: Einrichtung einer Krankenpflegeschule.

16. September: Eine Typhusepidemie breitet sich aus. Wegen der mangelnden Bettenkapazität des Krankenhauses nimmt die Provinzial Heil- und Pflegeanstalt 50 Typhuskranke auf.

1948 - 1. Oktober

Wiedereröffnung der Augen- und der Hals-, Nasen- und Ohrenabteilungen mit 16 Betten.

1950 - 10. November

Die Stadtverordneten beschließen die Einrichtung einer Kinderstation.

1951 - 9. Januar

Die Elisabethinnen sind seit 300 Jahren in der Krankenpflege tätig. Feier im städtischen Krankenhaus, anwesend u. a. der Aachener Bischof van der Velden.

1953

19. März: Das neue Schwesternhaus ist fertiggestellt.

29. November: Erster Gottesdienst in der neuen Krankenhauskapelle.

1961 Oktober

Zehn Personen erkranken an Kinderlähmung, eine stirbt.

1967

2. u. 6. Juni: Stadt und Kreis Düren gründen für das städtische Krankenhaus in der Roonstraße und das kreiseigene Krankenhaus in Langerwehe einen Zweckverband Krankenanstalten.

1. September: Dr. med. Krause wird zum Chefarzt der neu eingerichteten eigenständigen Fachabteilung Anästhesie berufen.

1969 August

Das zwölfgeschossige Schwesternwohnhaus ist fertiggestellt.

1970 - 19. Oktober

Erster Spatenstich zum Neubau.

1972 - 9. November

Richtfest.

1975 - 31. März

Die letzten 23 Schwestern der Elisabethinnen verlassen nach fast 325-jähriger Tätigkeit des Ordens in der Dürener Krankenpflege wegen des anhaltenden Nachwuchsmangels das Krankenhaus und kehren in ihr Mutterhaus in Aachen zurück.

1976

1. Januar: Das Dürener Krankenhaus wird von einer gemeinnützigen GmbH mit der Stadt und dem Kreis Düren als Gesellschafter betrieben. Der Zweckverband Krankenanstalten der Stadt und des Kreises Düren wird zum 31. Januar 1976 aufgelöst.

4. Juni: Das neu erbaute Dürener Krankenhaus wird eingeweiht.

6. September: Die ersten Patienten werden aufgenommen.

1977 - 2. Januar

Abriß des alten Krankenhauses.

1995 - 29. November

Der Neubau der Endoskopie wird eingeweiht.

2000 - 11. April

Die neuerbaute Eingangshalle wird eingeweiht.

2002 - 2. Januar

Die Tagesklink für ambulante Operationen wird offiziell in Betrieb genommen.

 

Quellenangaben

Urkunden, Testamente und Gasthausrechnungen: Stadtarchiv Düren - Historisches Archiv der Stadt Köln -Brans, H.O.: Hospitäler, Siechenhäuser bis zum Ende des 18. Jahrhunderts - Ruland, Gottfried: Geschichte des Medizinalwesens der Stadt Düren bis zum Jahre 1910, Med. Dis. Düsseldorf 1939. Weitere Informationen per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!