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Auszug aus den Statuten der ElisabethinnenDa das alte Gasthaus nicht mehr den Anforderungen entsprach wurde 1665 ein Neubau südöstlich des alten Gasthauses an der Ecke Weierstrasse/ Philippstrasse bezogen.

Für die Elisabethschwestern galt der Krankendienst als geistliche Übung für den man einen speziellen Raum, den zentralen Krankensaal brauchte. Neben den kranken Einwohnern von Düren und den Reisenden diente das Hospital zeitweise auch als Militärlazarett.

Ärztliche Versorgung war nur in Ausnahmefällen gegeben. So schreiben die Elisabethinnen, dass ihr Krankenhauß[/i] mit keinem [i]medico, apothecern und chirurgo[/i] versehen sei. Bei Bedarf müssen diese aus den [i]dotes, der Mitgift der Schwestern honoriert werden.

In den Vereinbarungen mit der Stadt war es der ehrwürdigen Mutter vorbehalten über die Hinzuziehung eines Arztes zu entscheiden.

Es sollen auch keine auswärthigen Personen, es sey denn der Beichtvater, Doctor oder Barbierer ohne Erlaubnis der Mutter einlassen....

Letzte Entscheidungsinstanz auch in medizinischer Hinsicht war immer die Mutter.

Von dem, was der Doctor ordiniert soll sie (die Schwester) nichts unterlassen oder ändern ohne Bewilligung der Mutter.

Mit der Vereinbarung von 1650 wurde das Gasthauskloster zu einer eigenständigen Stiftung, über die die städtischen Vertreter nur ein nominelles Aufsichtsrecht ausüben konnten. Versuche des Magistrats, in den inneren Betrieb des Klosters etwa durch Einweisung bestimmter Kranker einzugreifen, wiesen die Elisabethinnen stets entschieden zurück.

1796 säkularisierten die Franzosen das Hospital. Die weltlichen Hilfskräfte zeigten sich schnell als völlig ungeeignet für die Krankenpflege. Deshalb wurden die Elisabethinnen bereits zu Beginn des 19. Jhdt. als Leiterinnen wieder eingesetzt.

Da unter preußischer Verwaltung die alten Verträge wieder in Kraft gesetzt wurden, war der Konflikt vorgebahnt. Die Ansprüche der wachsenden Stadt auf eine Modernisierung des Hospitalwesens kollidierte mit den Vereinbarungen von 1650.

Der Streit zwischen der Stadt und den Elisabethinnen eskalierte und führte dazu, dass sogar der Kölner Erzbischof Partei für die Stadt ergriff.

Quellenangaben

Urkunden, Testamente und Gasthausrechnungen: Stadtarchiv Düren - Historisches Archiv der Stadt Köln -Brans, H.O.: Hospitäler, Siechenhäuser bis zum Ende des 18. Jahrhunderts - Ruland, Gottfried: Geschichte des Medizinalwesens der Stadt Düren bis zum Jahre 1910, Med. Dis. Düsseldorf 1939. Weitere Informationen per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!