headerline

Der Hoeschplatz mit Marienkirche, Theater und KrankenhausDie Stadt kaufte schließlich 1862 das alte Franziskanerkloster, das dem königlichen Bergamt in Bonn gehörte und baute es zum Hospital um. Das neue Krankenhaus erhielt zunächst die Bezeichnung Marienhospital, später in Maria-Hilf-Hospital umbenannt.

Da sich die Dürener Elisabethinnen beharrlich weigerten die Krankenpflege im neuen Hospital zu übernehmen und außerdem Nachwuchsmangel hatten, nahm die Stadt Kontakt mit den Aachener Elisabethinnen auf, die den ganzen Erneuerungen wesentlich aufgeschlossener gegenüberstanden und nach über 200 Jahren erneut den Grundstein zur Verbesserung der Krankenversorgung legten.

Laut Vertrag durften von der Stadt männliche und weibliche Kranke, außer Wöchnerinnen, zur Pflege eingewiesen werden. Gleichzeitig durften im Hospital die -Irren der Bürgermeisterei Düren-, und zwar die -Heilbaren- bis zur Unterbringung in einer Pflegeanstalt, die -Unheilbaren-, bis die geplante -Kreis-Irren-Bewahranstalt- fertiggestellt war, untergebracht werden.

Die im Gasthauskloster verbliebenen Schwestern weigerten sich sogar die letzten verbliebenen Kranken in das neue Hospital zu verlegen, so dass diese mit Hilfe der Polizei in das neue Haus gebracht werden mussten.

Erstmals in der Geschichte des Dürener Hospitals wurde mit Dr. Bernhard Johnen ein Arzt mit der medizinischen Leitung beauftragt.

Das Krankenhaus umfasste ursprünglich acht Krankensäle mit 64 Betten. Durch einen Erweiterungsbau, der im Jahre 1881 in Betrieb genommen wurde, wurde die Bettenkapazität auf 104 Betten erweitert.

Das Personal des Krankenhauses bestand zu dieser Zeit aus 13 Schwestern, einem Krankenwärter, einem Hausknecht, einem Gärtner und vier Dienstmägden.

1864-1909 Maria-Hilf-Hospital in der PhilippstraßeDie ärztliche Leitung muß zu dieser Zeit vorzüglich gewesen sein, denn in dem Verwaltungsbericht des Jahres 1876/77 wurde besonders lobend hervorgehoben, dass in diesem Jahr die -accidentellen Wundkrankheiten, die Wundrose, die Wunddiphteritis und die Eitervergiftung-, die damals sehr viele Opfer forderte, nicht vorgekommen waren.

Durch die zunehmende Industrialisierung waren schwere Maschinenverletzungen an der Tagesordnung.

So berichtet Dr. Johnen 1878 z.B., dass in seinem Hospital ständig Quetschungen, Zerreißungen und Verbrennungen der Gliedmaßen zu behandeln waren.

Im Jahre 1866 wütete eine Choleraepidemie, 1871 eine Pockenepidemie in Düren, deren Bekämpfung Dr. Johnen mit wissenschaftlicher Sorgfalt übernahm.

Überhaupt zeigte sich das Krankenhaus sehr fortschrittlich, 1868 wurde die Gasbeleuchtung in Betrieb genommen, 1889 wurde das Krankenhaus an das öffentliche Fernsprechnetz angeschlossen.

1897 konnte der erste Röntgenapparat durch eine großzügige Spende des Industriellen Leopold Peill in Betrieb genommen werden.

Nach einem Brand am 17. Dezember 1890, bei dem der Dachstuhl des Altbaues zerstört wurde, mussten 120 Kranke evakuiert werden, das obere Stockwerk war für mehrere Monate nicht benutzbar.

Im Zuge der Reparaturarbeiten erhielt das Krankenhaus zwei Isolierräume und eine Tobzelle.

Trotz dieser Maßnahmen entsprach das Haus mit der Zeit nicht mehr seinen Bestimmungen.

Im Jahre 1892 wies der Regierungspräsident in einem Schreiben an den Dürener Stadtrat auf gewisse Mängel im Krankenhaus hin und forderte deren Beseitigung.

In einer Denkschrift legte Dr. Johnen im Oktober 1893 dem Magistrat dringend den Neubau des Krankenhauses dar. Bereits im Dezember des gleichen Jahres wurde ein Grundstück an der neuen Roonstraße gekauft, doch schleppten sich die weiteren Planungen hin. Nachdem eine Kommission unter Stadtbaumeister Faensen, Bürgermeister Klotz und Dr. Johnen die unhaltbaren Zustände im alten Hospital untersucht hatten, kam die Stadtverordnetenversammlung zu dem Entschluss, alle Ausbaupläne fallen zu lassen und einen Neubau zu planen.

Aber erst am 1. September 1904 wurde der Neubau des Krankenhauses von der Regierung genehmigt.

Quellenangaben

Urkunden, Testamente und Gasthausrechnungen: Stadtarchiv Düren - Historisches Archiv der Stadt Köln -Brans, H.O.: Hospitäler, Siechenhäuser bis zum Ende des 18. Jahrhunderts - Ruland, Gottfried: Geschichte des Medizinalwesens der Stadt Düren bis zum Jahre 1910, Med. Dis. Düsseldorf 1939. Weitere Informationen per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!