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Aus den Händen von Prof. Steffen Ruchholtz (r.), Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, nahm Dr. Uwe Lessing, Leiter des regionalen Traumazentrums Krankenhaus Düren, das Zertifikat in Aachen entgegen. Foto: Christoph Lammertz

Krankenhaus Düren ist am Euregio-Netzwerk beteiligt.

Rund 35.000 schwerverletzte Patienten müssen in Deutschland jährlich versorgt werden. Um die Qualität der Behandlung flächendeckend zu vereinheitlichen und zu sichern, hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) vor fünf Jahren das Projekt Trauma-Netzwerk gestartet. Die in einem Traumanetzwerk arbeitenden Kliniken gliedern sich in Einrichtungen der Basisversorgung, regionale und überregionale Traumazentren.

Freuen sich über die Auszeichnung (v.l.): Geschäftsführer Dr. Gereon Blum, Dr. Kirsten Oelbracht, Leiterin der Zentralen Notaufnahme, Dr. Uwe Lessing, Leiter des regionalen Traumazentrums, Helmut Stein, pflegerischer Leiter der Notaufnahme, und Dr. Bertram Barden, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädischen Chirurgie.Im Aachener Uniklinikum sind jetzt im Rahmen einer Feierstunde die Zertifikate an alle beteiligten Kliniken des länderübergreifenden Traumanetzwerkes „Euregio Aachen" überreicht worden. Das Krankenhaus Düren ist in diesem Verbund als regionales Traumazentrum eingestuft worden.

Der Klinik an der Roonstraße wurde damit bescheinigt, dass sie über die Fachdisziplinen und die nötigen Intensivbehandlungs- und Operationskapazitäten zur definitiven Versorgung von Schwerverletzten verfügt.

Schwere Verletzungen nach Verkehrs-, Arbeits- oder häuslichen Unfällen sind bei Menschen unter 45 Jahren nach wie vor die häufigste Todesursache. Die Überlebenschancen von Unfallopfern hängen entscheidend von Schnelligkeit und Qualität der medizinischen Versorgung ab. Dass das Krankenhaus Düren bestmögliche Voraussetzungen für die Versorgung schwerverletzter Patienten hat, wurde ihm nun von der DGU bestätigt. An regionale Traumazentren werden hohe Ansprüche hinsichtlich räumlicher, personeller und apparativer Ausstattung gestellt. Das Dürener Krankenhaus erfüllt sie alle: Eine leistungsfähige unfallchirurgische Klinik stellt die 24-stündige Aufnahme und Versorgung von Schwerverletzten jeden Lebensalters - auch höherer Schweregrade - sicher. Weitere Fachdisziplinen wie Gefäßchirurgie, Thorax- und Viszeralchirurgie sind ständig einsatzbereit. Die Versorgung neurochirurgischer Patienten wird durch eine Kooperation mit dem überregionalen Traumazentrum Universitätsklinikum Aachen gewährleistet. Die Klinik nimmt regelmäßig an der fachspezifischen Aus-, Fortund Weiterbildung in der Schwerverletztenversorgung teil. Sie ist zum Verletzungsartenverfahren der gesetzlichen Unfallversicherungsträger zugelassen. Zu wissenschaftlichen Zwecken erfolgt die Erfassung und Weiterleitung von Daten an das weltweit einzigartige bundesdeutsche Traumaregister.

Die an einem Traumanetzwerk beteiligten Krankenhäuser müssen über einen eigenen Hubschrauberlandeplatz und eine eigene Blutbank verfügen. An den Schockraum werden besondere Anforderungen gestellt, was Größe und Ausstattung anbelangt. Die medizinische Fachkompetenz in der Versorgung Schwerverletzter muss rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Diese und viele weitere Anforderungen erfüllen im Krankenhaus Düren die von Chefarzt Dr. Bertram Barden und die von Dr. Kirsten Oelbracht geleitete Zentrale Notaufnahme. „Dieses Zertifikat verleiht uns eine besondere Stellung unter den Krankenhäusern in der Region", sagt Dr. Kirsten Oelbracht. „Es bescheinigt uns, dass wir hier die erste Adresse für die Aufnahme und Behandlung schwerverletzter Patienten sind", betont Dr. Uwe Lessing, Oberarzt für den Schwerpunkt Unfallchirurgie, Durchgangsarzt und Ärztlicher Leiter des regionalen Traumazentrums des Krankenhauses Düren. Mit seiner zentralen Lage zwischen den beiden überregionalen Traumazentren in Köln und Aachen nehme das Dürener Zentrum eine wichtige Versorgungsfunktion über die Grenzen des Kreises Düren hinaus ein.

Die Zertifizierung war in der Klinik an der Roonstraße eine Gemeinschaftsaufgabe. Eine besonders enge Kooperation gab es dabei zwischen der Notaufnahme und der Unfallchirurgie. Weitere Partner waren die Anästhesie und die Allgemeinchirurgie.

Seit der Gründung der Zentralen Notaufnahme 2008 hatten die Verantwortlichen unter anderem in einem von Dr. Oelbracht initiierten Polytraumazirkel auf die Zertifizierung hingearbeitet. Die Qualität der Versorgung wird durch regelmäßige Audits - erstmals wieder in drei Jahren - von der DGU überprüft.