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Dr. Gereon Blum, Frank Rey und Dr. Bernhard Heising nahmen in Aachen das „Qualitätssiegel euPrevent MRSA" entgegen. Foto: Christoph Lammertz

Dürener Krankenhaus erhält euregionales Qualitätssiegel

Krankenhauskeime und die oft dramatischen Folgen für Patienten sorgten zuletzt häufig für negative Schlagzeilen. Wir gehen ins Krankenhaus, um gesund zu werden. Doch leider geht es manchen Patienten nach der Operation schlechter als vorher. Mit der Zunahme der medizinischen Möglichkeiten und Patienten, die immer älter werden, steigt auch das Risiko von Infektionen. Multiresistente Keime (MRSA) stellen die Krankenhäuser vor große Herausforderungen.

Hygiene steht deshalb in allen Kliniken, in denen verantwortungsvoll gearbeitet wird, weit oben auf der Agenda. Dass das Krankenhaus Düren zu diesen Kliniken gehört, ist ihm jetzt in Aachen bescheinigt worden. Geschäftsführer Dr. Gereon Blum und die für die Krankenhaushygiene Federführenden, Dr. Bernhard Heising und Frank Rey, haben im Ballsaal des Alten Kurhauses das „Qualitätssiegel euPrevent MRSA" entgegen genommen. Das Krankenhaus ist damit Teil eines grenzüberschreitenden Netzwerks, das durch Aufklärung, Zusammenarbeit und Ursachenanalyse vermeidbare Krankenhausinfektionen reduzieren und den Umgang mit multiresistenten Erregern in den Kliniken der Euregio Maas-Rhein harmonisieren will.

Die Sicherheit der Patienten ist es, die die Verantwortlichen des euregionalen Projektes und der 28 beteiligten deutschen, niederländischen und belgischen Kliniken im Blick haben. Prof. Dr. Sebastian Lemmen (Klinikum Aachen), einer der federführernden Mediziner bei „euPrevent MRSA", verdeutlichtete während der festlichen Veranstaltung in Aachen, dass Kliniken, die ein Qualitätsmanagement zur Eindämmung der multiresistenten Erreger eingeführt haben, bei den Infektionen Rückgänge von rund 30 Prozent, bei einzelnen Bakterientypen sogar bis 60 Prozent, erreicht haben. Dass sie ein solches Management bereits installiert haben, mussten die beteiligten Krankenhäuser der Euregio vor einigen Wochen in einem Audit nachweisen.

Zehn Kriterien wurden dabei überprüft, darunter der standardisierte Umgang mit infizierten Patienten, die permanente Fortbildung des Personals in Hygienemaßnahmen, das Screening der Patienten und vor allem die Einhaltung der strengen Regeln für die Händehygiene. Das Krankenhaus Düren bekam dabei hervorragende Noten.

Dass ein Krankenhaus noch so große Anstrengungen unternehmen und dennoch alleine nicht erfolgreich sein kann, verdeutlichte Prof. Dr. Alexander Friedrich vom Universitätskrankenhaus Groningen anhand von Simulationen, die die rasante Ausbreitung von Keimen in Kliniken einer Region und darüber hinaus vorführten. Deshalb sei es so wichtig, in einem Netzwerk den gefährlichen Keimen gemeinsam den Kampf anzusagen. Mit seiner Beteiligung an „euPrevent MRSA" hat das Dürener Krankenhaus ein klares Bekenntnis zu dieser Zusammenarbeit für die Sicherheit der Patienten abgelegt.

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