Das Krankenhaus Düren und die Krankenhäuser St. Marien-Hospital sowie St. Augustinus-Krankenhaus richten ihre medizinischen Leistungen künftig noch enger aufeinander aus. Ziel ist es, medizinische Leistungen stärker zu spezialisieren, Doppelstrukturen abzubauen und gleichzeitig eine hochwertige sowie wirtschaftlich tragfähige Versorgung langfristig zu sichern. Die Vereinbarung steht im Zusammenhang mit der Krankenhausplanung NRW, die eine stärkere Konzentration medizinischer Leistungen vorsieht.
Spezialisierung stärkt Qualität
Im Zuge der Vereinbarung plant das St. Augustinus-Krankenhaus, die Leistungsgruppe Wirbelsäulenchirurgie an das Krankenhaus Düren zum 01. Juli 2026 abzugeben. Dort soll die Wirbelsäulenchirurgie künftig gebündelt werden. Die „Zertifizierte Klinik für Wirbelsäulenchirurgie“ soll als Kompetenzzentrum weiter ausgebaut und zu einem medizinischen Leuchtturm entwickelt werden. Im Gegenzug plant das Krankenhaus Düren, den Leistungsbereich Frauenheilkunde und Geburtshilfe an das St. Marien-Hospital zum 01. Juli 2026 abzugeben. Damit soll das St. Marien-Hospital zukünftig die Allgemeine Frauenheilkunde, Senologie sowie Geburtshilfe anbieten und eine zentrale Anlaufstelle für Mutter und Kind in der Region werden. Gemeinsam mit Gynäkologie und Geburtshilfe ist die Pädiatrie und Neonatologie ein wichtiger Leuchtturm und regional anerkanntes Perinatalzentrum.
„Mit dieser Vereinbarung wollen wir klare medizinische Profile für unsere Häuser schaffen und möchten Kompetenzen dort bündeln, wo sie den größten Nutzen für Patientinnen und Patienten bringen. Unser Ziel ist eine qualitativ hochwertige Versorgung mit kurzen Wegen und eine stabile Perspektive für die medizinische Versorgung in der Region“, sagt Annika Butzen, Geschäftsführerin des St. Augustinus-Krankenhauses und des St. Marien-Hospitals.
Intensivere Zusammenarbeit für kürzere Wege
Neben den geplanten Leistungskonzentrationen intensivieren die Krankenhäuser ihre Zusammenarbeit in mehreren Fachbereichen. So sollen Patientinnen und Patienten des Krankenhauses Düren künftig von neurologischen Konsilen durch das Team des St. Augustinus-Krankenhauses direkt vor Ort profitieren. Gleichzeitig sollen kardiologische Fälle an das Krankenhaus Düren koordiniert werden, um Transporte in andere Städte zu vermeiden. Senologische Patientinnen können in enger Zusammenarbeit mit der großen Onkologie des Krankenhauses Düren behandelt werden. Auch in der Gefäßchirurgie arbeiten das St. Augustinus-Krankenhaus und das Krankenhaus Düren künftig eng zusammen.
„Durch die engere Zusammenarbeit unserer Häuser sollen klare Behandlungspfade und kurze Wege für die Patientinnen und Patienten entstehen“, sagen Andreas Grbic und Joschua Hannemann, Geschäftsführer des Krankenhauses Düren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf den Mitarbeitenden: Die beteiligten Häuser wollen den Wandel gemeinsam verantwortungsvoll gestalten und versuchen, betroffenen Beschäftigten Perspektiven innerhalb der regionalen Krankenhauslandschaft zu eröffnen.
Trägerübergreifende Kooperation als Signal für die Zukunft
Die Vereinbarung soll auch als besonderes Beispiel für eine trägerübergreifende Zusammenarbeit in der Krankenhauslandschaft gelten. „Dass zwei unterschiedliche Krankenhausträger ihre Leistungen so eng aufeinander abstimmen, ist in dieser Form noch immer selten. Umso wichtiger ist diese Vereinbarung für die Region. Gemeinsam mit Artemed stellen wir die Versorgung der Menschen im Kreis Düren über institutionelle Interessen und schaffen eine stabile Grundlage für die Zukunft unserer Krankenhäuser“, sagt Stephan Prinz, Vorstand der Josefs-Gesellschaft gAG. Auch beim Krankenhaus Düren sieht man die Kooperation als wichtigen Schritt. „Die Krankenhausreform verlangt neue Formen der Zusammenarbeit. Mit der Josefs-Gesellschaft gehen wir diesen Weg bewusst partnerschaftlich. Statt parallel ähnliche Leistungen vorzuhalten, wollen wir unsere Stärken bündeln und klare Profile für unsere Häuser schaffen“, betont Andreas Grbic, Geschäftsführer des Krankenhauses Düren und Konzerngeschäftsführender Direktor Artemed.
„Die Krankenhäuser in Düren gehen hier einen wichtigen Schritt, um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern und die Krankenhausstruktur zukunftsfähig auszurichten. Die enge Zusammenarbeit der Träger stärkt die Gesundheitsversorgung für die Menschen im gesamten Kreis“, begrüßt Landrat Dr. Ralf Nolten das Vorhaben.
Endoprothetik bleibt gemeinsamer Schwerpunkt
Die Krankenhäuser wollen künftig viele Leistungen bündeln. Die Endoprothetik soll jedoch – vorbehaltlich der regionalen Planungskonzepte – weiterhin sowohl am Krankenhaus Düren als auch am St. Augustinus-Krankenhaus angeboten werden.


