Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie
Krankenhaus Düren
Roonstraße 30
52351 Düren

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Onkologische Chirurgie am Krankenhaus Düren

Die Chirurgie von Organtumoren wird als onkologische Chirurgie bezeichnet. Das Ziel onkologischer Operationen in der Viszeralchirurgie von Brust- und Bauchraum besteht darin, den Tumor vollständig zu entfernen und gleichzeitig möglichst viel gesundes Gewebe des betroffenen Organs zu erhalten. Dies umfasst den Haupttumor, den Lymphabfluss des Tumors und, wenn notwendig und möglich, auch Metastasen. Um sicherzustellen, dass keine Tumorzellen zurückbleiben, muss die Entfernung ausreichend radikal sein, sodass Sicherheitsabstände eingehalten werden. Das Ausmaß der Entfernung wird durch den Primärbefund, die Ausbreitung der Erkrankung und die anatomische Lage im Körper bestimmt.

Bei Organtumoren ist die chirurgische Resektion oft die einzige Möglichkeit, eine Heilung zu erreichen. Die Auswahl der geeigneten Therapie erfolgt interdisziplinär in Tumorkonferenzen, an denen neben onkologischen Viszeralchirurgen auch Fachleute aus der Pathologie, Strahlentherapie, Onkologie, Radiologie, Pneumologie und Gastroenterologie beteiligt sind. Bei Bedarf werden weitere Disziplinen wie Gynäkologie oder Thoraxchirurgie hinzugezogen. Die Therapieempfehlungen basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien.

Alle Maßnahmen werden individuell angepasst. Der Ablauf ist standardisiert und alle Ergebnisse werden dokumentiert. Im Krankenhaus Düren wird die wöchentliche Tumorkonferenz von der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie geleitet.

Ein großer Teil der onkologischen Chirurgie kann minimal-invasiv durchgeführt werden. 

Im Krankenhaus Düren werden Tumoroperationen häufig nach dem Fast Track-Prinzip (auch Enhanced Recovery After Surgery, ERAS) durchgeführt. Dieses international etablierte Konzept umfasst eine schonende Operationstechnik, sanfte Narkose, effektive Schmerztherapie, schnellen Kostaufbau und zügige Mobilisation. Diese Maßnahmen fördern die Heilung und verbessern den Patientenkomfort.

Chefarzt

Prof. Dr. med. Carsten J. Krones - Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie

Prof. Dr. med. Carsten J. Krones
Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie
 

Häufige Organtumoren

  • Speiseröhre

    Die Speiseröhre dient dem Transport von Nahrung vom Mund zum Magen und ist als Muskelschlauch mit einer komplexen Struktur ausgestattet. Beim Menschen misst sie etwa 25 cm. Sie beginnt auf Höhe des Kehlkopfes und verläuft zwischen Luftröhre und Wirbelsäule im hinteren Brustkorbbereich, vorbei am linken Vorhof des Herzens. Nach dem Durchtritt durch das Zwerchfell mündet sie in den Magen.

    Die Schleimhaut der Speiseröhre unterscheidet sich stark von der des Magens. Die Grenze zwischen beiden ist scharf. Die Schleimhaut der Speiseröhre ist hohen physikalischen und chemischen Belastungen ausgesetzt, was eine ständige Regeneration erforderlich macht.

    Speiseröhrenkarzinome gehören weltweit zu den häufigeren Tumorarten, wobei ihre Häufigkeit geografisch variiert. In Deutschland gibt es etwa 6.500 Neuerkrankungen pro Jahr, wobei Männer häufiger betroffen sind. Es werden vor allem zwei Tumorarten unterschieden, die unterschiedlich therapiert werden: das Plattenepithelkarzinom und das Adenokarzinom.

    Entstehung eines Speiseröhrentumors
    Die Risikofaktoren für die beiden Tumortypen unterscheiden sich. Plattenepithelkarzinome werden hauptsächlich durch Rauchen und chronischen Alkoholkonsum begünstigt und machen etwa 60% der Fälle aus. Adenokarzinome entstehen vermehrt bei Reflux und Übergewicht und machen mehr als 30% der Fälle aus. Beide Tumorarten basieren auf der ständigen Notwendigkeit zur Regeneration. Während die Zahl der Plattenepithelkarzinome leicht rückläufig ist, steigt die Rate der Adenokarzinome seit Jahrzehnten an.

    Symptome eines Speiseröhrentumors
    Im Frühstadium bleiben die Tumoren oft symptomlos und werden daher häufig zufällig oder bei Kontrolluntersuchungen entdeckt. Später treten Schluckstörungen auf, die zunächst feste und dann auch flüssige Nahrung betreffen und zu ungewolltem Gewichtsverlust führen. Eine anhaltende Schluckstörung ist ein Alarmsymptom. Später können auch Blutungen, Schmerzen, Heiserkeit, Husten nach dem Schlucken und vergrößerte Lymphknoten am Hals auftreten.

    Diagnostik eines Speiseröhrentumors
    Die Diagnose erfolgt hauptsächlich durch Spiegelung von Speiseröhre und Magen, wobei Gewebeproben entnommen und histologisch untersucht werden. Diese Endoskopie wird häufig mit Endosonographie und Schnittbildgebung (CT oder MRT) kombiniert. Im Krankenhaus Düren wird die Diagnostik in der Klinik für Gastroenterologie durchgeführt und alle Patienten werden interdisziplinär im Darmzentrum besprochen.

    Behandlung bösartiger Speiseröhrentumoren
    Der Therapieplan richtet sich nach Tumortyp, Lokalisation, Stadium und Allgemeinzustand des Patienten. Frühkarzinome können endoskopisch entfernt werden. Für fortgeschrittene Stadien ist die chirurgische Resektion wichtig, um den Tumor und den Lymphabfluss vollständig zu entfernen. Metastasierte Stadien werden in der Regel multimodal behandelt, also durch eine Kombination von Operation und Radio-Chemo- oder alleiniger Chemotherapie. Die Therapieauswahl erfolgt interdisziplinär in der Tumorkonferenz des Krankenhauses Düren Aachen.

    Operationsmöglichkeiten
    Die Operation umfasst die (Teil-)Entfernung der Speiseröhre und die Rekonstruktion der Passage meist durch den zu einem Schlauch umgeformten, hochgezogenen Magen. Sehr tiefe Karzinome können alternativ durch eine Verbindung von Dünndarm und Rest-Speiseröhre entfernt werden.

    Nach der Operation
    Nach einer Speiseröhrenresektion ist oft eine stationäre Rehabilitation sinnvoll, um das Essen anzupassen. Die Operation verändert die Passage und verkleinert das Magenvolumen, sodass die erforderliche Kalorienmenge auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden muss. Die Nachsorge erfolgt in der Regel durch den Hausarzt in Kooperation mit einem Gastroenterologen oder Onkologen.

  • Magen

    Der Magen ist das erste Reservoir des Magen-Darm-Trakts, wo die aufgenommene Nahrung mit Verdauungssäften vermischt und portioniert in den Zwölffingerdarm abgegeben wird. Der Magenpförtner (Pylorus) schließt den Magen nach unten ab, während der Verschluss nach oben (Kardia) lockerer ist.

    Der Magensaft besteht aus Wasser, Salzsäure, Pepsinen und Schleim. Die Schleimhautzellen des Magens müssen ständig erneuert werden, da sie erheblichen Belastungen ausgesetzt sind, was die Tumorbildung fördert.

    Magenkarzinome sind weltweit häufig, jedoch nimmt ihre Häufigkeit in den westlichen Industrieländern ab. In Deutschland gibt es etwa 15.000 Neuerkrankungen pro Jahr, wobei Männer häufiger betroffen sind.

    Entstehung eines Magenkarzinoms
    Magenkarzinome entstehen durch verschiedene Faktoren. Ein wichtiger Risikofaktor ist die Infektion mit Helicobacter pylori. Weitere Risikofaktoren sind chronische Schleimhautentzündung, genetische Veranlagung, Nikotin, Alkohol, nitrathaltige Lebensmittel, Vitaminmangel und das Alter.

    Symptome eines Magenkarzinoms
    Im Frühstadium sind die Symptome unspezifisch, wie Verdauungsstörungen oder Oberbauchschmerzen. Warnsignale sind anhaltende Schmerzen im Epigastrium, Appetitmangel, Leistungsknick und Anämie. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Gewichtsabnahme und Blutungen.

    Diagnostik eines Magentumors
    Die Diagnose erfolgt durch Spiegelung des oberen Magen-Darm-Trakts, bei der Gewebeproben entnommen und histologisch untersucht werden. Diese Endoskopie wird häufig mit Endosonographie und Schnittbildgebung kombiniert. Beim Nachweis eines Tumors wird auch der Brustkorb abgeklärt. Manchmal ist auch eine Bauchspiegelung notwendig. Im Krankenhaus Düren erfolgt die Diagnostik in der Klinik für Gastroenterologie und die Patienten werden interdisziplinär im Darmzentrum besprochen.

    Behandlung bösartiger Magentumoren
    Frühkarzinome können endoskopisch entfernt werden. Für andere Stadien ist die chirurgische Resektion die einzige kurative Behandlungsmöglichkeit. Größere Tumoren werden oft zusätzlich chemotherapeutisch behandelt. Die Therapieauswahl erfolgt interdisziplinär in der Tumorkonferenz.

    Operationsmöglichkeiten
    Die chirurgische Entfernung des tumortragenden Magenteils ist die einzige heilende Maßnahme. Dabei werden immer ausreichend weite Sicherheitsabstände eingehalten. Funktionell wird ein Teilerhalt des Magens angestrebt. Zusätzlich werden die Lymphknotenstationen entfernt, manchmal auch die Milz.

    Nach der Operation
    Nach einer größeren Magenresektion ist oft eine stationäre Rehabilitation sinnvoll. Die Patienten müssen lernen, kleinere Mahlzeiten zu essen, da das Magenvolumen verkleinert wurde. Vitamin B12 muss ersetzt werden, da es ohne Magen nicht aufgenommen werden kann. Die Nachsorge erfolgt durch den Hausarzt in Kooperation mit einem Gastroenterologen.

  • Bauchspeicheldrüse

    Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

    Die Bauchspeicheldrüse, oder Pankreas, gehört zu den Drüsenorganen. Ihre bekanntesten Hormonprodukte, Insulin und Glukagon, regulieren den Blutzuckerspiegel. Diese Hormone werden in den Langerhans-Zellen produziert, die etwa 5% der Organmasse ausmachen. Der Großteil der Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungssäfte, die täglich etwa 2000 ml in den Zwölffingerdarm abgegeben werden. Diese Säfte enthalten Bicarbonat zur Neutralisation des Magensaftes sowie Enzyme wie Lipase, Amylase und Trypsin, die Nahrungsbestandteile aufspalten. Um das Organ selbst nicht zu schädigen, werden diese Enzyme erst im Darm aktiviert. Bei Funktionsausfall des Pankreas müssen die endokrinen und exokrinen Produkte künstlich zugeführt werden.

    Anatomisch liegt die Bauchspeicheldrüse im Oberbauch an der Wirbelsäule. Der Kopf des Pankreas wird vom Zwölffingerdarm umfasst, der Körper liegt hinter dem Magen und der Schwanz endet an der Milz. Der Ausführungsgang mündet mit dem Gallengang im Zwölffingerdarm. Diese enge Nachbarschaft vieler wichtiger Strukturen und das Potenzial der exokrinen Verdauungssäfte machen Operationen am Pankreas besonders anspruchsvoll.

    Pankreaskarzinom

    95% der Pankreaskarzinome sind Adenokarzinome, die im exokrinen Anteil des Pankreas entstehen. Zellveränderungen im Pankreasgang gelten als Vorstufen. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 15.000 Menschen an diesem Krebs, meist ältere Personen, etwas häufiger Männer. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 7-8%, bedingt durch späte Diagnose und aggressive Metastasierung. Nach vollständiger Entfernung ist die Überlebensrate höher.

    Harte Risikofaktoren sind nicht bekannt, doch Tabak, Alkohol, Übergewicht und chronische Entzündungen erhöhen die Gefahr. Eine Vorsorgeuntersuchung für asymptomatische Personen ist nicht etabliert.

    Symptome und Diagnostik

    Pankreastumoren sind lange symptomarm. Ein verdächtiges Zeichen ist schmerzfreie Gelbsucht (Ikterus), die durch eine Abflussstörung des Gallengangs entsteht und an der Gelbfärbung von Augen und Haut zu erkennen ist. Weitere Symptome können Gewichtsverlust, anhaltende Schwäche oder nächtliches Schwitzen sein.

    Zur Diagnose gehören Routinelabor, körperliche Untersuchung und Bildgebung mittels CT und MRT. Weitere Verfahren hängen vom Einzelfall ab und es wird immer nach Metastasen gesucht.

    Operation und Nachbehandlung

    Bei der Operation eines Pankreastumors wird eine möglichst komplette Entfernung des Tumors angestrebt. Dies kann auch den Gallengang, Zwölffingerdarm, Gallenblase, Teile des Magens, die Milz und Lymphknoten umfassen. Die Operation ist technisch anspruchsvoll und dauert mehrere Stunden. Die komplette Tumorentfernung bietet die besten Überlebenschancen und wird oft durch eine Chemotherapie ergänzt.

    Wenn der Tumor nicht operativ entfernt werden kann, wird eine Chemotherapie eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern oder das Wachstum zu bremsen. Operative Ableitungen der Gallenwege und des Magens können ebenfalls sinnvoll sein.

    Nachsorge

    Nach der Operation müssen die endokrinen und exokrinen Funktionen des Pankreas ersetzt werden. Insulin wird eventuell wie bei Diabetikern gespritzt. Die fehlenden Verdauungsenzyme können zum Essen als Kapseln eingenommen werden.

  • Leber

    Die Leber ist das größte Organ im Körper und spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Leberkrebs ist weltweit häufig und tritt oft als Folge von Leberzirrhose auf. Risikofaktoren sind Hepatitis B und C, Alkohol und Adipositas. 

    Diagnose und Behandlung
    Die Diagnose erfolgt durch Bildgebung und Biopsie. Frühstadien können chirurgisch behandelt werden, bei fortgeschrittener Erkrankung kommen andere Therapien zum Einsatz. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär im Tumorboard.

    Bösartige Tumoren der Leber können primär im Organ selbst entstehen oder häufiger sekundär als Tochtergeschwülste anderer bösartiger Organtumoren auftreten. Die allermeisten Lebertumoren sind jedoch gutartig.

    Viele Lebertumoren werden zufällig entdeckt, beispielsweise im Rahmen einer Sonographie des Bauchraums. Alle Veränderungen müssen nach Abschluss der Diagnostik eindeutig zugeordnet werden.

    Wie entsteht ein Lebertumor?

    Die Leber ist eine zentrale Station im normalen Stoffwechsel. Alle im Darm aufgenommenen Substrate fließen über ein Venensystem durch die Leber, wo sie umgebaut, abgebaut oder gespeichert werden. Aufgrund dieser starken Beanspruchung ist das Organ einem ständigen Regenerationsdruck ausgesetzt. Im Rahmen der Zellteilungen können Fehler auftreten, die häufig gutartige und seltener bösartige Lebertumoren induzieren.

    Sekundäre Lebertumoren (Metastasen) entstehen durch die Verbreitung von primären Karzinomen anderer Organe, wie zum Beispiel bei Darmkrebs. Die Verbreitung der Krebszellen in die Leber erfolgt über die Blutbahn.

    Wie diagnostiziert und differenziert man einen Lebertumor?

    Die differenzierte Diagnose eines Lebertumors erfolgt durch eine Kombination verschiedener bildgebender Verfahren, darunter Sonographie mit und ohne Kontrastmittel sowie CT und MRT. Bei Verdacht auf Bösartigkeit oder bei unklaren Befunden wird ergänzend eine sonographisch oder radiologisch gesteuerte Gewebsprobe entnommen.

    Wie behandelt man bösartige Lebertumoren?

    Wenn eine Entfernung des Tumors technisch möglich und onkologisch sinnvoll ist, stellt die Operation die beste Therapieoption dar. Wichtige Kriterien sind dabei, dass die verbleibende Leberfunktion nach der Operation ausreichend ist, um den Organismus zu versorgen. Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben und der starken Regenerationsfähigkeit der Leber sind verschiedene Resektionsformen möglich.

    Lokal begrenzte und standardisierte größere Leberresektionen werden im Krankenhaus Düren regelmäßig durchgeführt. 

    Primär nicht entfernbar erscheinende Lebertumoren werden durch eine Chemotherapie verkleinert, um sie später operativ entfernen zu können.

    Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?

    Kleinere Tumoren und vor allem Metastasen können atypisch entfernt werden. Alle Segmente lassen sich einzeln oder in Kombination entfernen. Klassische Resektionen orientieren sich an der Anatomie der Blutgefäße und Gallengänge. Dazu gehören

     sowohl Wedge-Resektionen als auch Segmentektomien und Hepatektomien bis hin zur totalen Leberentfernung mit anschließendem Lebertransplantationsverfahren.

    Erweiterte Resektionen und der Einsatz von modernen minimalinvasiven Techniken (laparoskopische Resektionen) sind in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie des Krankenhauses Düren Standard. 

    Wie läuft die Behandlung im Krankenhaus Düren ab?

    Vorbereitung und Eingriff erfolgen stationär. Nach dem Eingriff wird in der Regel eine Nachsorge in Form regelmäßiger bildgebender Untersuchungen und Blutuntersuchungen durchgeführt. 

    Was ist nach der Operation wichtig?

    Nach einer Leberoperation ist häufig eine Nachbehandlung zur Optimierung der Leberregeneration erforderlich. Die Nachsorge erfolgt überwiegend durch den behandelnden Hausarzt oder den Onkologen in Zusammenarbeit mit den Ärzten des Krankenhauses Düren.

    Lebermetastasen

    Lebermetastasen sind Tochtergeschwülste eines bösartigen Tumors eines anderen Organs. Die allermeisten Metastasen in der Leber stammen aus Tumoren des Magen-Darm-Trakts.

    Wie erkennt man Lebermetastasen?

    Lebermetastasen sind zunächst oft asymptomatisch und werden häufig zufällig entdeckt. Typische Symptome können Husten, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und eine allgemeine Schwäche sein.

    Die Diagnose erfolgt durch bildgebende Verfahren wie Sonographie, CT oder MRT des Abdomens. Die endgültige Diagnose wird durch eine Biopsie des Tumors gesichert.

    Wie behandelt man Lebermetastasen?

    Die Behandlung hängt von der Art des Primärtumors, dem Stadium der Erkrankung und dem Zustand des Patienten ab. Behandlungsmöglichkeiten sind operative Resektion, lokale Therapieformen (wie Radiofrequenzablation oder Mikrowellenablation) und systemische Chemotherapie. 

    Im Krankenhaus Düren werden bei Lebermetastasen sowohl chirurgische Resektionen als auch moderne minimal-invasive Verfahren durchgeführt. 

    Was ist nach der Operation wichtig?

    Die Nachsorge nach der Behandlung von Lebermetastasen erfolgt in der Regel durch den Hausarzt oder einen Onkologen in Zusammenarbeit mit den Ärzten des Krankenhauses Düren. Es werden regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt, um das Wiederauftreten der Metastasen zu überwachen.

  • Dickdarm

    Der etwa 1,5 Meter lange Dickdarm (Colon) bildet den unteren Abschnitt des Verdauungstrakts. Er beginnt im rechten Unterbauch, wo der Dünndarm seitlich in den Anfangsteil des Dickdarms, das Zökum, übergeht, und verläuft dann durch den Bauchraum bis hin zum Enddarm (Rektum). Anatomisch und chirurgisch unterteilt man den Dickdarm in den aufsteigenden rechten Teil (Colon ascendens), den quer durch den Oberbauch verlaufenden Abschnitt (Colon transversum), den links wieder absteigenden Schenkel (Colon descendens) und die folgende S-förmige Sigmaschleife (Colon sigmoideum). Dem Sigma schließt sich der Enddarm an, der aus verschiedenen medizinischen Gründen gesondert betrachtet werden muss. Jeder Abschnitt des Dickdarms ist durch ein eigenes Netzwerk von Blut- und Lymphgefäßen versorgt, die regional miteinander verbunden sind.

    Die Hauptfunktion des Dickdarms besteht in der Rückresorption von Wasser und Elektrolyten, wodurch der zunächst flüssige Dünndarmstuhl während der Passage durch den Dickdarm eindickt. Etwa 100 Billionen Bakterien, die als natürliche Flora den gesamten Magen-Darm-Trakt besiedeln, sind besonders zahlreich im Kolon vertreten. Diese Bakterien synthetisieren Vitamine (B und K), spalten Nährstoffe, bekämpfen pathogene Bakterien, stärken das Immunsystem, mindern Allergien und unterstützen den Transport durch ihr Volumen. Die Schleimhaut des Dickdarms ist aufgrund ihrer Aufgaben einer hohen physikalischen und chemischen Belastung ausgesetzt und muss sich deshalb regelmäßig erneuern.

    Warum entwickelt sich Dickdarmkrebs?

    Fehler in der Zellteilung, die während regenerativer Prozesse auftreten, können zur Entstehung atypischer Körperzellen führen. Gewebe mit einem hohen Erneuerungsbedarf, wie der Dickdarm, ist daher besonders anfällig für Krebserkrankungen. Die Gene, die für Krebs verantwortlich sind, die sogenannten Onkogene, sind in jeder Zelle vorhanden, aber normalerweise blockiert. Ein Fehler in der Zellteilung kann diese Blockade aufheben und die Onkogene aktivieren, was zur Entstehung von Krebs führen kann. Oft entwickeln sich zunächst Vorstufen, die noch nicht bösartig sind, wie etwa Dickdarmpolypen oder Adenome. Etwa 90% des Dickdarmkrebses entstehen aus solchen Adenomen, während nur rund 10% der Tumoren auf echte Gendefekte zurückzuführen sind. Diese sogenannte Adenom-Karzinom-Sequenz bildet die wissenschaftliche Grundlage für die Empfehlung zur Durchführung einer Koloskopie als Vorsorgeuntersuchung gegen Darmkrebs, da die Vorstufen oft endoskopisch entfernt werden können.

    Der wichtigste Risikofaktor für Darmkrebs ist das Alter, wobei die Fallrate ab einem Alter von 50-55 Jahren exponentiell ansteigt. Externe Faktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, übermäßiger Alkoholkonsum und eine Ernährung, die reich an Fleisch und arm an Ballaststoffen ist, fördern die Krebsentwicklung zusätzlich. Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, die lange nicht ausreichend behandelt wurden, erhöhen das Risiko für die Entstehung von Dickdarmkrebs.

    In Deutschland gibt es jährlich etwa 60.000 Neuerkrankungen und rund 26.000 Todesfälle durch Dickdarmkrebs. Diese Zahlen zeigen, dass Dickdarmkrebs eine wesentlich häufigere Todesursache darstellt als viele andere Erkrankungen, wie beispielsweise der Straßenverkehr mit 3.700 Opfern pro Jahr. International gehört Deutschland zusammen mit anderen westlichen Industrienationen in Bezug auf die Häufigkeit von Dickdarmkrebs zu den Ländern mit höheren Inzidenzraten. In Afrika und Asien tritt Darmkrebs dagegen deutlich seltener auf.

    Die Tumoren im Dickdarm treten zu etwa 70-80% in Sigma und Rektum auf, während die anderen Teile des Dickdarms deutlich seltener betroffen sind. Allerdings zeigen sich mittlerweile steigende Zahlen im rechten Colon ascendens.

    Was sind verdächtige Symptome?

    Darmkrebs kann lange Zeit unentdeckt bleiben. Ein häufiges Anzeichen ist der Nachweis von Blut im Stuhl. Weitere Symptome können Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, ungewollte Gewichtsverluste, ein allgemeiner Leistungsabfall, nächtliches Schwitzen sowie Blutarmut und Atemnot bei Belastung sein.

    Wie wird die Diagnose gestellt?

    Zur ersten Untersuchung gehört die digitale Untersuchung des Enddarms. Der Goldstandard für die Diagnose ist jedoch die Darmspiegelung (Koloskopie). Als einfacher Suchtest kann der Stuhl auf versteckte, nicht sichtbare Blutanteile untersucht werden. Ein solcher Test ersetzt jedoch keine Koloskopie bei einem starken Verdacht auf Dickdarmkrebs. Bei schwierigen Bedingungen während der Spiegelung können ergänzende diagnostische Verfahren sinnvoll sein.

    Wenn ein Tumor im Dickdarm gefunden wird, wird die Ausdehnung der Erkrankung durch ergänzende Schnittbildverfahren (CT, MRT) bestimmt, um die Tumorgröße zu schätzen und mögliche Metastasen in Leber und Lunge zu erkennen oder auszuschließen. Metastasen treten bei Dickdarmkrebs neben Lymphknoten vor allem in Leber und Lunge auf.

    Wie wird Dickdarmkrebs behandelt?

    Die effektivste Methode zur Behandlung von Dickdarmkrebs ist die chirurgische Entfernung des Tumors. Nur durch die radikale Entfernung des Tumors zusammen mit den Lymphgefäßen kann die Erkrankung nachhaltig geheilt werden. Abhängig von der Lage des Tumors erfolgt dies durch eine Hemikolektomie rechts oder eine Sigmaresektion. Nach der Entfernung werden die Darmenden in der Regel entweder vernäht oder geklammert, ein künstlicher Darmausgang ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.

    Im Krankenhaus Düren werden solche Tumoroperationen häufig minimal-invasiv (laparoskopisch) durchgeführt, wobei die Klinik in dieser Technik über eine umfassende und überregionale Expertise verfügt. Laparoskopische Eingriffe zur Behandlung von Darmkrebs sind dort in allen Lokalisationen Routine und die Klinik ist sowohl in der laparoskopischen OP-Technik als auch als Darmzentrum extern zertifiziert.

    Und nach der Operation?

    Im Krankenhaus Düren wird nach dem Fast-Track-Prinzip (auch als enhanced recovery after surgery, ERAS bekannt) verfahren. Der Dickdarm muss vor der Operation nicht vollständig gereinigt werden, sondern lediglich leicht entlastet werden. Bereits am Abend der Operation können Patienten wieder Getränke zu sich nehmen und am folgenden Tag gibt es ein leichtes Frühstück. Ein durchdachtes Schmerzmanagement sorgt dafür, dass Patienten im besten Fall fast beschwerdefrei durch die Operation kommen. Mit diesen Maßnahmen wird eine schnelle Erholung, eine zügige Wiederaufnahme der Darmtätigkeit und eine angenehme Rekonvaleszenz erreicht. Bei einem unkomplizierten Verlauf können die Patienten in der Regel nach 7-10 Tagen das Krankenhaus verlassen. Eine langfristige Diät ist dabei fast nie erforderlich.

    Ist die Behandlung nach der Operation abgeschlossen?

    Wenn der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt und vollständig entfernt wurde, ist die Krebstherapie in der Regel abgeschlossen. Der Patient begibt sich dann für die nächsten fünf Jahre in eine Nachsorge, die meist durch den Hausarzt durchgeführt wird. Bei fortgeschrittenen Tumoren kann zusätzlich eine Chemotherapie empfohlen werden, um verbleibende mikroskopische Tumorzellreste zu zerstören oder den Tumor vor der Operation zu verkleinern. Für die Chemotherapie wird häufig ein Portkatheter eingesetzt, der eine komfortable Medikamentenverabreichung ermöglicht und auch ambulant gelegt werden kann.

  • Gallenblase und Gallengänge

    Gallenblasenkrebs und Gallengangskrebs sind selten, aber sehr gefährlich. Risikofaktoren sind Gallensteine, chronische Entzündung und Infektionen. 

    Diagnose und Behandlung
    Die Diagnose erfolgt durch Bildgebung und Biopsie. Die Behandlung erfordert meist eine Operation, oft kombiniert mit Chemotherapie. Die Behandlung erfolgt interdisziplinär im Tumorboard.

  • Lunge

    Lunge

    Bösartige Tumoren der Lunge können entweder primär im Organ selbst auftreten oder häufiger sekundär als Tochtergeschwülste anderer bösartiger Organtumoren entstehen.

    Viele Lungentumoren werden zufällig entdeckt, beispielsweise bei einer Röntgen- oder CT-Untersuchung des Brustkorbs. Alle Veränderungen müssen nach Abschluss der Diagnostik eindeutig zugeordnet werden.

    Wie entsteht ein Lungentumor?

    Die Lunge ist täglich durch den Austausch von Atemgasen stark beansprucht, was zu einem dauerhaften Regenerationsdruck auf das Lungengewebe führt. Im Rahmen der Zellteilung können Fehler entstehen, die gelegentlich gutartige und seltener bösartige Lungentumoren verursachen können. Externe Schadstoffe, insbesondere Nikotin, aber auch andere Karzinogene, erhöhen das Risiko für die Entstehung eines Bronchialkarzinoms erheblich.

    Sekundäre Lungentumoren (Metastasen) entstehen durch die Streuung von primären Karzinomen anderer Organe, wie zum Beispiel bei Darmkrebs. Die Verbreitung der Krebszellen in die Lunge erfolgt über die Blutbahn.

    Wie bemerkt man einen Lungentumor?

    Ein Lungenkarzinom zeigt oft keine typischen Frühsymptome. Die meisten Patienten berichten beim Arzt über Husten, Auswurf oder Gewichtsabnahme. In fortgeschrittenen Stadien können zusätzlich Schmerzen, Bluthusten, Atemnot und Fieber auftreten. Viele dieser Symptome sind unspezifisch und treten bei starkem Rauchern häufig auf. Risikopersonen sollten daher bei Befundveränderungen besonders aufmerksam sein.

    Lungenmetastasen sind in der Regel symptomfrei und werden oft zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Röntgenuntersuchung der Lunge aus anderen Gründen oder während der Nachsorge von anderen Malignomen. Selten führen Lungenmetastasen zu Beschwerden wie chronischem Husten, Bluthusten oder einer Lungenentzündung.

    Wie diagnostiziert und differenziert man einen Lungentumor?

    Die Grunddiagnostik beginnt mit der Röntgenuntersuchung des Brustkorbs und der Lunge. Bei begründetem Verdacht wird die Diagnostik durch eine CT (Computertomographie) und eine Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) erweitert. Verdächtige Befunde werden in der Regel punktiert, um eine Zellgewebsprobe zu gewinnen. Die Probenentnahme kann über die Atemwege oder im CT erfolgen. Verdächtige Lymphknotenstationen oder Raumforderungen außerhalb der großen Atemwege können oft mit einem speziellen bronchoskopischen Verfahren (EBUS-TBNA) erreicht werden. In einigen Fällen ist auch eine Operation erforderlich, um an den Tumor zu gelangen. Viele dieser Eingriffe können minimalinvasiv durchgeführt werden.

    Zur umfassenden Ausbreitungsdiagnostik gehören weitere radiologische und sonographische Untersuchungen, wie beispielsweise eine Kernspintomographie des Kopfes. Gelegentlich ist zur Komplettierung ein PET-CT erforderlich, das am Krankenhaus Düren zur Verfügung steht.

    Im Krankenhaus Düren erfolgt die differenzierte Diagnostik von Lungentumoren in der Klinik für Pneumologie. Alle Patienten werden im interdisziplinären Tumorboard besprochen. Die Klinik für Pneumologie und die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie des Krankenhauses Düren pflegen dabei eine enge Kooperation mit der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie.

    Wie behandelt man bösartige Lungentumoren?

    Die Behandlung bösartiger Lungentumoren richtet sich nach dem Zelltyp des Tumors, wobei zwischen nicht-kleinzelligen und kleinzelligen Karzinomen unterschieden wird. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das Tumorstadium, also die lokale und systemische Ausbreitung des Tumors.

    Zur Therapie des Lungenkarzinoms kommen je nach Situation Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie in Betracht. Die Entscheidung erfolgt in der interdisziplinären Tumorkonferenz, an der Chirurgen, Pneumologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und Radiologen teilnehmen. Mitarbeiter der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Krankenhauses Düren sind in die Tumorkonferenz integriert.

    Bei Lungenmetastasen gelten grundsätzlich die gleichen Prinzipien. Besonders wichtig ist es, in der Tumorkonferenz die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen interdisziplinär zu überprüfen, da es sich um fortgeschrittene Erkrankungen handelt.

    Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?

    Die chirurgische Resektion ist der Standard bei nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen ohne Metastasen, wenn eine vollständige Entfernung des Tumors möglich ist. Die verbleibende Lungenfunktion muss ausreichend sein, um den Eingriff dauerhaft zu überstehen. Bei eingeschränkter präoperativer Lungenfunktion kann dies manchmal nicht realisierbar sein.

    Die Lungenflügel sind anatomisch rechts in drei und links in zwei Lappen unterteilt. Die klassischen Resektionen umfassen einzelne Lappen, Kombinationen von Lappen oder die Entfernung eines ganzen Lungenflügels, abhängig vom Tumorbefall und der Restfunktion. Befallene Lymphknoten werden dabei mitentnommen. Metastasen anderer Karzinome werden immer atypisch, d.h. lokal reseziert.

    Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie des Krankenhauses Düren bietet alle atypischen Entfernungen und Lappenresektionen bis zur einseitigen Pneumonektomie an. Das operative Spektrum umfasst auch alle minimal-invasiven Methoden (VATS). Alle Operationen werden in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Pneumologie und der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie geplant, und die Entscheidungen fallen im interdisziplinären Konsens. Sehr komplexe Fälle, Hochrisiko-Patienten und besonders anspruchsvolle Rekonstruktionen werden von den Thoraxchirurgen des Krankenhauses Düren übernommen.

    Wie läuft die Behandlung im Krankenhaus Düren ab?

    Vorbereitung und Eingriff erfolgen ausschließlich stationär. Die Dauer des Aufenthalts richtet sich nach dem Umfang des Eingriffs. Die Auswahl der richtigen Behandlung erfolgt in der wöchentlichen Tumorkonferenz.

    Was ist nach der Operation wichtig?

    Nach einer Lungenteilentfernung ist häufig eine stationäre Rehabilitation zur Förderung der Restfunktion sinnvoll. Ein absoluter Rauchstopp ist erforderlich, um das Organ zu schonen. Die Nachsorge der Patienten erfolgt in der Regel durch den Hausarzt in Zusammenarbeit mit einem Pulmologen.

  • Nebenniere

    Nebennierenkarzinome sind selten, aber sehr aggressiv. Die Diagnose erfolgt durch Bildgebung und Biopsie. Die Behandlung ist meist chirurgisch und erfolgt interdisziplinär im Tumorboard.

     

  • Enddarm

    Der Dickdarm (Colon), etwa 1,5 Meter lang, bildet den unteren Verdauungstrakt. Er beginnt im rechten Unterbauch, wo der Dünndarm seitlich in den Anfangsteil des Dickdarms (Zökum) mündet, und umrahmt den Bauchraum, bevor er in den Enddarm (Rektum) übergeht. Anatomisch und chirurgisch unterscheidet man den aufsteigenden Teil (Colon ascendens), den quer verlaufenden Abschnitt (Colon transversum), den absteigenden Teil (Colon descendens) und die s-förmige Sigmaschleife (Colon sigmoideum). Jeder Abschnitt hat eine eigene Blut- und Lymphgefäßversorgung, die individuell verbunden sind.

    Der Enddarm (Rektum) umfasst die letzten 12-15 cm des Dickdarms und liegt außerhalb des Bauchraums. Er ist nicht von der Serosa umhüllt, sondern von einem Fettmantel, dem Mesorektum, das auch den Lymphabfluss beinhaltet. Der Enddarm endet im Analkanal, der vom After (Anus) abgeschlossen wird. Seine Hauptfunktion ist die Sammlung des Stuhls bis zur Entleerung (Defäkation). Verdauungsleistungen erbringt der Enddarm nicht, abgesehen von einer begrenzten Wasserrückresorption. Er ist auch für die Kontinenz zuständig, die durch das Zusammenspiel verschiedener Organsysteme im Becken erreicht wird.

    Warum entwickelt sich Enddarmkrebs?

    Die Entstehung von Enddarmkrebs ähnelt der Entwicklung bösartiger Tumoren im restlichen Dickdarm. Fehler in der Zellteilung, besonders in regenerativen Prozessen, führen zur Bildung atypischer Körperzellen. Die für Krebs verantwortlichen Gene, die Onkogene, sind in jeder Zelle vorhanden, aber blockiert. Erst Teilungsfehler ermöglichen ihre Aktivierung. Oft entwickeln sich zunächst gutartige Vorstufen, wie Polypen oder Adenome. 90% des Dick- und Enddarmkrebses entsteht aus Adenomen. Die Adenom-Karzinom-Sequenz ist Grundlage für die Koloskopie als Krebsvorsorge, da Vorstufen oft endoskopisch entfernt werden können.

    Der wichtigste Risikofaktor für Enddarmkrebs ist das Alter, mit einer exponentiellen Zunahme der Fallrate ab 50-55 Jahren. Weitere Risikofaktoren sind Nikotin, Übergewicht, Bewegungsmangel, übermäßiger Alkoholkonsum und eine fleischreiche, ballaststoffarme Ernährung. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn erhöhen ebenfalls das Risiko. 70-80% der Tumoren treten in Sigma und Rektum auf.

    Verdächtige Symptome

    Blut im Stuhl, Blutabgänge beim oder außerhalb des Stuhlgangs sowie Veränderungen der Stuhlform oder -konsistenz sind Leitsymptome. Bleistiftförmige Stühle oder ein Wechsel von Verstopfung und Durchfall sind verdächtig. Fortgeschrittene Erkrankungen können zu ungewolltem Gewichtsverlust, Leistungsabfall, nächtlichem Schwitzen oder Blutarmut führen.

    Diagnose

    Zur Erstuntersuchung gehört die Austastung des Enddarms. Goldstandard ist die Endoskopie, wobei eine Rektoskopie (Enddarmspiegelung) zur Beurteilung ausreicht. Eine umfassende Koloskopie ist jedoch vorzuziehen. Ein einfacher Suchtest ist der Stuhltest auf verborgenes Blut. Bei hartem Verdacht ersetzt dieser Test keine Endoskopie. Bei einem gefundenen Tumor wird die Ausdehnung der Erkrankung mittels CT und MRT bestimmt, um Tumorgröße, Tiefenausdehnung und Metastasen zu erkennen.

    Behandlung von Enddarmkrebs

    Die beste Behandlungsmethode ist die operative Entfernung des Tumors samt Lymphabfluss im Mesorektum. Nach der Entfernung werden die Darmenden, wenn möglich, wieder verbunden. Sehr tief gelegene Tumoren erfordern oft eine dauerhafte Stomaanlage. Kleine, tiefe Tumoren können transanal entfernt werden. Minimal-invasive Operationen werden nur in spezialisierten Zentren durchgeführt. Das Krankenhaus Düren hat auf diesem Gebiet eine überregional anerkannte Expertise.

    Strahlentherapie

    Tiefe oder große Tumoren in der Nähe des Schließmuskels können präoperativ bestrahlt werden, oft kombiniert mit Chemotherapie, um die Ausdehnung zu verkleinern. Diese Entscheidung erfolgt interdisziplinär nach nationalen und internationalen Empfehlungen.

    Nach der Operation

    Im Krankenhaus Düren werden geplante Darmoperationen nach dem Fast-Track-Prinzip durchgeführt. Der Darm muss vor der Operation nur mild entlastet werden. Schon am Abend der Operation erhält der Patient Getränke, am nächsten Tag ein leichtes Frühstück. Ein festes Schmerzkonzept sorgt für weitgehende Beschwerdefreiheit. Patienten können meist nach 10-12 Tagen das Krankenhaus verlassen. Eine langfristige Diät ist selten erforderlich.

    Nachbehandlung

    Bei vollständiger Tumorentfernung folgt eine fünfjährige Nachsorge, meist durch den Hausarzt. Bei fortgeschrittenen Tumoren kann eine ergänzende Radio-Chemotherapie oder Chemotherapie empfohlen werden, oft über einen Portkatheter. Die präoperative Kontinenzleistung spielt eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Therapie, da eine alltagstaugliche Kontinenz auch bei tiefen Anschlüssen erreicht werden kann, wenn auch mit Einschränkungen.

     

  • Anus

    Der Analkanal bildet das unterste Teilstück des Magen-Darm-Trakts und schließt an den Enddarm (Rektum) an, der die letzten 12-15 cm des Dickdarms umfasst. Der Analkanal ist etwa 3-4 cm lang, beginnt am Oberrand des inneren Schließmuskels und endet an der Haut des Gesäßes (Linea anocutanea). Im Gegensatz zu Dick- und Enddarm, die mit Schleimhaut ausgekleidet sind, ist der Analkanal mit einem der Haut ähnlichen Plattenepithel bedeckt und spielt eine wichtige sensorische Rolle bei der Kontinenz.

    Bösartige Tumoren im Analbereich sind selten und daher schwer zu erkennen. Diagnostik und Therapie erfordern Erfahrung. Das Krankenhaus Düren verfügt über die größte Proktologie der Euregio und ist von der Deutschen Gesellschaft für Viszeralchirurgie als Koloproktologisches Zentrum zertifiziert.

    Wie entsteht ein Analkarzinom?
    Analkarzinome entstehen meist durch Infektionen mit HPV-Viren. Häufig wechselnde Sexualpartner und HIV-Infektionen erhöhen das Risiko. HPV-Viren, die auch Gebärmutterhalskrebs verursachen, schleusen krebsauslösende Onkogene in befallene Zellen ein. Auch chronische Entzündungen können zur Karzinogenese führen. Gutartige Veränderungen wie vergrößerte Hämorrhoiden, Abszesse oder Fisteln erhöhen das Risiko für Analkarzinome nicht.

    Was sind verdächtige Symptome?
    Bei etwa 50 % der Betroffenen sind anale Blutungen das Hauptsymptom. Schmerzen bei der Entleerung oder ein Fremdkörpergefühl treten ebenfalls häufig auf. Oft bleiben Tumoren beschwerdearm und werden erst zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Metastasierung in die Leistenlymphknoten.

    Risikogruppen wie HPV- oder HIV-Infizierte, Personen mit analem Sexualverkehr oder Feigwarzen sollten regelmäßig auf anale Dysplasie untersucht werden. Dieses Screening ist im Krankenhaus Düren etabliert.

    Wie stellt man die Diagnose?
    Die Erstuntersuchung beginnt mit der Inspektion, gefolgt von der behutsamen Austastung des Enddarms. Goldstandard der Diagnostik ist die Enddarmspiegelung (Rektoskopie und Proktoskopie). Leistenlymphknoten werden ebenfalls untersucht, bei Frauen ergänzt durch eine vaginale Abklärung.

    Die endgültige Diagnose erfolgt über eine Gewebsprobe (Biopsie), bei starken Schmerzen unter Narkose. Bei Veränderungen unter 1 cm wird eine Totalbiopsie empfohlen, bei größeren Tumoren Stanzen oder Inzisionsbiopsien. Größere Exzisionen zur Biopsie oder Tumorreduktion sind ausgeschlossen, um den Schließmuskel nicht zu verletzen.

    Bei histologisch bestätigtem malignem Tumor ist eine Sonographie des Abdomens und der Leisten zur Abklärung von Lymphknotenmetastasen indiziert. Die Lymphknotensituation im Becken wird über CT oder MRT ermittelt, Fernmetastasen über eine CT des Bauchraums und eine Röntgenuntersuchung der Lunge. In fortgeschrittenen Stadien kommt eine FDG-PET/CT zum Einsatz.

    Wie behandelt man ein Analkarzinom?
    Bei kleinen, gut differenzierten T1-Tumoren ohne Lymphknotenbeteiligung ist eine primäre chirurgische Therapie indiziert, wobei der Sicherheitsabstand 5-10 mm betragen sollte. Andere Stadien werden mit einer kombinierten Radio-Chemotherapie behandelt, oft mit hohem Erfolg. Bei großen Tumoren kann vorübergehend ein künstlicher Darmausgang (Stoma) notwendig sein. Eine vollständige Entfernung des Analkanals mit endgültiger Stoma-Anlage erfolgt nur bei großen Tumoren, nicht heilenden Wunden oder Rezidiven nach Therapie.

    Wie verläuft die Nachsorge?
    Nach erfolgreicher Therapie sollte eine regelmäßige Nachsorge erfolgen. Patienten mit kompletter Remission sollen acht Wochen nach Abschluss der Radio-Chemotherapie und dann alle 3-6 Monate untersucht werden. Jährliche CT- oder MRT-Aufnahmen von Brustkorb, Bauch und Becken sind für drei Jahre empfohlen. Die Nachsorge endet nach fünf Jahren, da nur etwa 1% der Rezidive nach mehr als drei Jahren auftreten.

Kontakt und Terminvereinbarung

Kontakt Icon

Sekretariat Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie

T 02421 30-1354
F 02421 30-191354
chirurgie2@krankenhaus-dueren.de

 

Sekretariat Chefarzt: Frau Gabriele Bruders

T 02421 30-1304

 

 

 

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